Gottenheim will Erste-Hilfe-Netz aufbauen

25. Okt. 2018: Gemeinde sucht Ersthelfer!

Schnelle Hilfe bei Herzinfarkten ist oft lebensentscheidend – doch die Notärzte können nicht immer rechtzeitig zur Stelle sein. Die Gemeinde Gottenheim will deshalb – so eine einstimmige Entscheidung in der jüngsten Gemeinderatssitzung am 25 .Oktober – dem im Juni in Freiburg gegründeten Verein Region der Lebensretter beitreten. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem plötzlichen Herztod zu retten. Dazu soll ein Netz von Ersthelfern vor Ort aufgebaut werden. Zudem will die Gemeinde Gottenheim einen Defibrillator anschaffen, mit dem die Ersthelfer die oftmals lebensrettende Hilfe leisten können. Als Standort für den Defibrillator wurde der Rathaushof ausgewählt.

First AED

Im Juni habe der im Freiburger Josefs-Krankenhaus tätige Medizinprofessor Michael Müller den Verein Region der Lebensretter ins Leben gerufen, berichtete Bürgermeister Christian Riesterer dem Gemeinderat. Michael Müller sei an die Gemeinde Gottenheim – wie auch an andere Gemeinden in der Region – herangetreten, mit der Bitte den Verein und dessen Ziele zu unterstützen. Geplant ist, dass vor allem auf dem Land, wo es 15 Minuten und mehr dauern kann, bis ein Rettungswagen eintrifft, mögliche Ersthelfer per Handy zu Hilfe gerufen werden. Das Gehirn sei bei einem Herz- oder Kreislaufversagen nach vier bis fünf Minuten dauerhaft geschädigt werden. In der Region treten laut Verein rund 150 solcher Notfälle pro Jahr auf. Nur in zehn Prozent der Fälle würden die Patienten überleben. Das Ziel sei es, die Quote zu verdoppeln.

Das Konzept des Vereins sieht vor. Dass bis der Notarzt kommt, die Ersthelfer Herzdruckmassagen anwenden und die Patienten dann an die Notärzte übergeben. Ihn überzeuge das Ansinnen des Vereins und die unkomplizierte Organisationsstruktur, so der Bürgermeister, der dem Gemeinderat das Prinzip erklärte und den Beitritt zum Verein vorschlug. Die Gemeinderäte Birgit Wiloth-Sacherer und Lothar Zängerle, DRK-Vorsitzender in Gottenheim, sprachen sich ebenfalls für einen Beitritt aus. Der DRK-Ortsverein werde das Konzept gerne unterstützen, einige DRK-Mitglieder aus der Bereitschaft hätten sich auch schon bereit erklärt, als Ersthelfer zur Verfügung zu stehen.

Die Gemeinde sucht nun weitere Bürgerinnen und Bürger, die sich als Ersthelfer zur Verfügung stellen. Diese sollten möglichst fachlich ausgebildete Freiwillige sein, zum Beispiel Mitarbeiter von Kliniken, Praxen oder dem DRK. Voraussetzung ist in jedem Fall eine Sanitätshelferausbildung und die Mitgliedschaft in einer Hilfsorganisation, etwa im DRK Gottenheim. So wird sichergestellt, dass der Ersthelfer versichert ist. Die Ersthelfer werden geschult und in das Netzwerk aufgenommen. Das System nennt sich FirstAED. Grundlage ist die Ersthelfer-App, die auf den Handys der Ersthelfer installiert werden. Im Ernstfall soll die Leitstelle insgesamt bis zu vier Ersthelfer vor Ort über ihr Handy orten und ihnen Aufgaben erteilen – zwei sollen abwechselnd die Herz- Massage anwenden, einer holt den Defibrillator und ein weiterer Ersthelfer lotst den Rettungswagen an die richtige Stelle.

Die Gemeinde Gottenheim freut sich über Freiwillige, die sich als Ersthelfer zur Verfügung stellen wollen. Interessierte können sich an Bürgermeister Christian Riesterer oder auch an den DRK-Vorsitzenden Lothar Zängerle wenden. Aufruf für Ersthelfer
Text: Marianne Ambs


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