Zwischen den Siedlergruppen lagen jahrhundertelang große unbewohnte Gebiete, vor allem der Schwarzwald. Es läßt sich gut vorstellen, dass
sich dadurch ihre Sprache auseinander zu entwickeln begann.
Ein bekanntes Beispiel für die frühe Auseinanderentwicklung des Alemannischen sind die Bezeichnungen für die Weinpresse, welche die Alemannen von den Römern kennenlernten. Am Oberrhein übersetzten
sie das lateinische Wort calcatura für eine Vorichtung, in der die Trauben mit den Füßen gestampft wurden, mit Trotte,
das sich von treten ableitet. Aus Oberitalien aber stammt das Wort torcular
"Drehpresse", das als Torkel über Tirol bis zum Bodensee gelangte. Über Mosel und Mittelrhein drang schließlich das Wort Kelter ein einen Eindeutschung von lateinisch calcatura, das im Mittelalter
auch neckaraufwärts bis mindestens in die Gegend von Tübingen üblich war und dort erst in neuerer Zeit durch Presse oder Baum ersetzt wurde. Trüel im Südwesten der Schweiz ist dagegen
aus altfranzösisch tru(e)il Traubenpresse
entlehnt.