Historische Tour Gottenheim

Übersicht. Handyformat: hoch:354 oder quer:640

A: Rathaus Gottenheim

Früher: 1802 erbautes Wohnhaus mit Hofreite (siehe Inschrift in der Mitte der Staffelgiebelwand)

Rathaus Gottenheim um 1930
Rathaus Gottenheim um 1930

1797 verkaufte die Gemeinde Gottenheim ihr früher erworbenes Gemeindehaus, das heutige historische Gasthaus Adler für 8.220 Gulden an Anton Band.

1850 kaufte die Gemeinde Gottenheim das ehemals Peter Heß´sche Haus (heute das Rathaus), das der Heiliggeistspitalstiftung gehörte, samt Scheuer, Stallung, Hofreite und Gartenfeld zum Betrag von 2.300 Gulden an, um ihr Rathaus darin einzurichten.

Nach dem Erwerb des Rathauses drängte die Behörde in Breisach auf eine äußere Verschönerung des Hauses, aber erst um 1900 wurde eine Großreparatur am Außenteil des Rathauses durchgeführt.

Bis 1970 waren die Büroräume der Gemeindeverwaltung auf das Erdgeschoss beschränkt, dort war sogar die Arrestzelle der Ortspolizeibehörde, das sogenannte Guckerli, untergebracht. Im Obergeschoss befanden sich früher die Wohnung des Dorfpolizisten und später die Wohnung des Forstrevierleiters für den Bezirk Gottenheim–Neuershausen.

1970 wurde das Rathaus innen umgebaut und die Verwaltungsräume vollständig neu eingeteilt. Seither befinden sich unten die Büroräume, oben der Sitzungssaal sowie weitere Büroräume und im Speicher das Gemeindearchiv.

2002 wurde zusammen mit einer Gebäudesanierung die Wasserskulptur des Künstlers Gerhard Birkhofer vor dem Rathaus errichtet. Sie symbolisiert Harmonie und Transparenz.

Rathaus Gottenheim 2016 ©Jörgens.mi
Rathaus Gottenheim 2016 ©Jörgens.mi

2005 wurde reale Transparenz durch den Einbau von Innenwänden und Türen aus Glas im Erdgeschoss verwirklicht.

2016 wurde die Fassade des Rathauses wieder einmal neu gestrichen. Sanierungen alle paar Jahre sind nichts Ungewöhnliches.

Im Rathaushof findet jedes Jahr ein Musikhock, der Gottenheimer Weihnachtsmarkt sowie seit 2014 jeden Dienstag der Wochenmarkt statt.

Heute: Gottenheimer Rathaus mit dem Rathaushof und der Bürgerscheune im Hintergrund.


Rechts neben dem Hoftor des Rathauses steht ein kleines Gebäude mit Toiletten und dem Tour-Lageplan...

B: Ehemaliges Milchhäusle

Früher: Zentrale Annahmestelle für Milch, die von den Milchbauern jeden Abend abliefert wurde.

Ehem. Milchhisli um 1970
Milchhäusle um 1970. Tor rechts: zum Farrenstall

Ab dem Jahr 1900 ist bekannt, dass die Milch in Gottenheim eingesammelt wird. Der Milchsammler Kanzinger kam damals aus Bötzingen. Er holte die Milch bei manchen Bauern direkt auf dem Hof ab und vermarktete sie.

1924 (nach der Inflation) begann Friedrich Hagios mit einer Milchsammelstelle in Gottenheim. Mit einem Handwagen holte er die Milch von Hof zu Hof ab und brachte sie zur Bahn, auf den Weg zum Milchhof nach Freiburg. Am Anfang waren es nur wenige Liter, die Milchmenge steigerte sich aber allmählich, sodass der Milch-Frieder seine Arbeit mit Ross und Wagen erledigen musste. Die Abendmilch wurde im alten Milchhäusle - im Rathaus - angenommen und bis zum Morgen deponiert. Dieses alte Milchhäusle war von der Rathausstraße über eine kleine Treppe zugänglich, es war die Verlängerung des jetzigen Hausflures.

1927 baute Friedrich Hagios eine Milchsammelstelle in seinem Anwesen. Die Leute konnten die Milch anliefern und der Sammler sorgte für die Weiterverwertung im Milchhof und die Auszahlung des Milchgeldes. Drei Töchter unterstützten ihren Vater bei der Arbeit, etwa bei der Milchannahme oder bei der Feststellung der Menge mit Buchführung usw. In den späteren Jahren kam unangemeldet ein Milchprüfer, morgens oder abends und prüfte die Milch auf ihre Qualität.

1934 übernahm die Warengenossenschaft das Milchgeschäft und baute dafür das Milchhäusle beim Rathaushof. Es wurde die zentrale Stelle mit einer Laderampe für größere Fahrzeuge. Die Milch und ihre Produkte wurden zu dieser Zeit immer begehrter für die Versorgung des Volkes, aber auch immer wichtiger für die Erzeuger, die doch mit einem bescheidenen Einkommen rechnen konnten.

Vom Ende des 2. Weltkrieges bis 1950 waren 151 Milchablieferer registriert, die Zahl wurde danach aber stark rückläufig.

Das Milchhäusle mit der Rampe und dem Vorplatz war in dieser Zeit allabendlich die große Kommunikationsstelle im Dorf, denn wer im Michhäusle gewesen war, wusste auch immer das Neueste aus dem Dorfgeschehen!

1974/1975 wurde die Milchsammelstelle aufgelöst, 1978 durch die Gemeinde von der damaligen Raiffeisenbank für 10.000 DM erworben und als Kleidersammelstelle des DRK genutzt. Im Rahmen der Umgestaltung des Rathaushofes beschloss der Gemeinderat 2000 den Umbau zu einer öffentlichen Toilette.

Heute: Zentrale öffentliche Toilette, ideal bei den Veranstaltungen im Rathaushof (Wochenmarkt).


Wir queren die Hauptstraße und gehen 100 Meter zur Bahnhofstraße, das Eckhaus prägt das Straßenbild...

C: Ehem. Gasthaus Deut. Kaiser

Früher: Bahnhofsrestauration zum Deutschen Kaiser und Veranstaltungssaal mit Bühne.

Gasthaus zum Deutschen Kaiser um 1900
Gasthof zum Deutschen Kaiser um 1900

Zwischen 1875 und 1880 wurde das Gasthaus zum Deutschen Kaiser im sogenannten amerikanischen Stil von Leopold Hunn (1850 - 1908) und seiner Ehefrau erbaut. Dieser Ehe entstammen drei Töchter. Die Tochter Emilie heiratete Friedrich (Fritz) Bayer (1879 - 1943) aus Waldkirch, der die Gaststätte übernahm.

Das Ehepaar hatte vier Kinder: die Söhne Franz, Josef und Fritz sowie die Tochter Paula. Zwei Söhne sind im Krieg gefallen. Die Gaststätte wurde bis 1943 von Fritz Bayer geführt und als dieser starb von Sohn Franz übernommen. Sie bekam nun den Namen Gasthaus zum Bahnhof.

Der als Bayer Franz bekannte Wirt und Metzger war für seine gute Küche bekannt, und im Gasthaus befand sich nach dem Krieg auch das Vereinsheim des SV Gottenheim, dessen eifriger Förderer und Gönner er war. In den Folgejahren wurde das Gasthaus durch einen ansehnlichen Saal mit Bühne erweitert, in dem auch an gewöhnlichen Wochenenden Tanzveranstaltungen stattfanden.

Fasnet im Bayer
Fasnet im Bayer 1980

Musikverein, Gesangverein und Sportverein hielten alljährlich ihre Weihnachts- oder Neujahrsfeiern mit Theaterdarbietungen (einheimische Laiendarsteller) und Tombola im Gasthaus zum Bahnhof ab. Der Höhepunkt im Jahreslauf war die im ganzen Umkreis bekannte Fasnet im Bayer, wie das Gasthaus im Volksmund genannt wurde.

Später gab Ray Austin im Saal viele Musikkonzerte (Country, Blues, Jazz, Swing) und betrieb sogar das Gasthaus von 1978–1980 mit seiner Frau Allison als Musik- und Kleinkunstkneipe HALIFAX (seine Heimatstadt in Nordengland), die auch immer viele Gäste aus Freiburg anzog.

Nach 1980 wurde das Gasthaus von verschiedenen Pächtern unter anderen Namen betrieben, z.B. Pizzeria Al Colosseo (1981), La Taverna (1995) oder Storchennest (1998; am Eingang sieht man das Storchennest auf dem Kirchturm), ab 2003 wieder als Gasthaus Bahnhof.

Heute: Chinesisches Restaurant Lotus, durch sein preiswertes Angebot auch regional bekannt.


Wir folgen der Bahnhofstraße 100 Meter und sehen vor uns ein klar gegliedertes Gebäude der Gründerzeit...

D: Bahnhof Gottenheim

Früher: Bahnhof der Strecke von Freiburg über Breisach am Rhein nach Colmar im Elsass.

Bahnhof um 2000
Bahnhof Gottenheim um 2000

Am 11. Februar 1868 erließ die Badische Regierung das Gesetz zum Bau einer Eisenbahn zwischen Freiburg und Breisach und erteilte bereits am 21. April 1868 die Konzession. Eine Motivation für den Bahnbau war der Transport von Holz aus dem Schwarzwald an den Rhein und von Kohle aus dem Saargebiet nach Freiburg. Zur Finanzierung des Bahnbaus nahmen Freiburg und Breisach ein Darlehen über 1,2 Millionen Goldmark zu 4,5 % beim Basler Bankierverein auf. 1869 änderte man die Trassenführung zugunsten einer kürzeren, kostengünstigeren Strecke von Hugstetten über Gottenheim (statt Oberschaffhausen/Bötzingen) nach Wasenweiler.

Am 7. Juni 1870 erfolgte der erste Spatenstich. Wegen personeller und materieller Engpässe durch den Deutsch-Französischen Krieg wurde die Strecke erst am 14. September 1871 eröffnet. Den Betrieb der staatlich betriebenen Privatbahn übernahm die Großherzoglich Badische Staatseisenbahn. Am 15. Dezember 1884 wurde die ergänzende Kaiserstuhlbahn Gottenheim–Riegel–Endingen eröffnet.

Leider wurde die frühere direkte Verbindung Freiburg–Colmar im 2. Weltkrieg durch die Bombardierung der Eisenbahnbrücke bei Breisach zerstört. Der Verein Trans-Rhin-Rail Colmar-Freiburg setzt sich für die Wiederaufnahme dieser Verbindung ein.

Mechanisches Stellwerk Gottenheim 2015-01
Mechanisches Stellwerk Gottenheim 2015

Der Bahnhof Gottenheim hatte früher folgende Aufgaben zu bewältigen: Fahrkartenausgabe und -kontrolle, Paketannahme und -ausgabe, Stückgutannahme und -ausgabe in der Güterhalle, Betreuung der Gleis- und Signalanlagen von Freiburg bis Breisach.

Die Strecke zwischen Freiburg und Breisach ist als eingleisige, nicht elektrifizierte Eisenbahnnebenstrecke klassifiziert und wird von der Breisgau-S-Bahn bedient. 2007 erwarb die Gemeinde das Gebäude des Bahnhofs von der Deutschen Bahn, um es später an einen privaten Investor weiterzuverkaufen. Im Bahnhof ist heute noch eines der letzten mechanischen Stellwerke in Betrieb.

Bis 2019 wird die Breisgau-S-Bahn ausgebaut mit Bundes-/Landesmitteln für Elektrifizierung, Ausbau der Bahnsteige, Modernisierung der Bahnübergänge, Begegnungsstrecken sowie Elektrotriebwägen.

Heute: Umsteigebahnhof der Breisgau-S-Bahn sowie Gerome's Canadian Restaurant.


Nach 70 Metern steht in der Bahnhofstraße das Feuerwehrhaus, angebaut an ein älteres hohes Gebäude...

E: Eh. Bahnarbeiterwohnheim

Früher: Wohnheim für Bedienstete der Bahn (Bahnarbeiter und Schrankenwärter).

Feuerwehrhaus mit Eiffelturm
Feuerwehrhaus mit Eiffelturm (rechts)

Dieses für die damalige Zeit (1871) und das Dorf ungewöhnlich hohe Wohnhaus (daher nennen es die Gottenheimer bis heute spöttisch Eiffelturm) war für Bahnbedienstete vorgesehen, welche ihren Dienst als Bahnunterhaltungsarbeiter und Schrankenwärter der Bahnmeisterei Gottenheim versahen. Einige Schrankenwärter wurden von ihren Frauen als sogenannte Ablöserinnen vertreten.

Das Anwesen war den Bahnunterhaltungsarbeitern und ihren Familien vorbehalten, welche noch in dem kleineren Anbau Ziegen, Hühner und Hasen unterbringen konnten. Im Bahnhofsgebäude selbst wohnten die Verwaltungsbeamten mit ihren Angehörigen.

Der Arbeitsbereich erstreckte sich von Freiburg bis Breisach wozu auch die Fahrkartenausgabe mit der damit verbundenen Fahrkartenkontrolle sowie die Gleisbetreuung und Signalbetreuung mit der Sauberhaltung der gesamten Strecke gehörten. Weiter war im Bahnhof die Annahme und Ausgabe von Paketen sowie die Annahme und Ausgabe von Stückgut in der Güterhalle untergebracht. All diese Tätigkeiten fielen später der Modernisierung und Rationalisierung zum Opfer.

1986 wurde das Anwesen in der Dorfmitte von der Deutschen Bahn zum Verkauf angeboten, so dass der Gemeinderat beschloss das Grundstück und das Haus zu kaufen. Die Planungen für den notwendigen Umbau bzw. Anbau umfassten ein neues Feuerwehrgerätehaus mit Garagen für Feuerwehrfahrzeuge und ein Raum für Schulungen. Die Wohnungen im Eiffelturm wurden renoviert und vermietet.

Europ. Conference Academic Disc. 2005
European Conference Academic Disciplines

Die entstandene Fläche über dem Gerätehaus wurde zum größten Teil durch Vereinsmitglieder in Eigenleistung zu Vereinsräumen für Männergesangverein, Freiwillige Feuerwehr und den DRK-Ortsverein ausgebaut.

1990 konnte das neue Feuerwehrsaus seiner Bestimmung übergeben werden. Der Saal im Obergeschoss eignet sich gut für kleinere Tagungen und sonstige Anlässe. Von 2008 bis 2012 tagte hier sieben Mal die European Conference for Academic Disciplines mit ingesamt bis zu 200 Teilnehmern aus aller Herren Länder, bis es zu eng wurde.

Heute: Gerätehaus der Feuerwehr, Vereinsräume für Männergesangverein und DRK-Ortsverein sowie im OG des Eiffelturms Gemeindewohnungen.


Wir gehen zur Einmündung der Schulstraße. Entlang der Bahnhofstraße rechts Freiflächen, früher war hier...

F: Ehemaliges Raiffeisenlager

Früher: Güterhalle und Lager zum gemeinsamen Einkauf vor allem landwirtschaftlicher Güter.

Raiffeisenlager um 1980
Ehemaliges Raiffeisenlager um 1978

1960 wurde die seit den 1870er Jahren im Besitz der Bahn und auf deren Gelände stehende Güterhalle abgerissen und das gesamte Gelände im darauffolgenden Jahr von der Gemeinde Gottenheim erworben. In Absprache mit der Raiffeisengenossenschaft plante die Gemeinde Gottenheim ein Warenlager (im Volksmund auch Konsum genannt) zu bauen, was den Landwirten und ihren Frauen für den Haushalt viele Einkaufsmöglichkeiten bot. Daneben konnte man hier auch direkt von den Waggons abgekippt, zentnerweise Steinkohlebriketts für die damals weit verbreiteten Holz- und Kohleöfen kaufen.

Von den 1960ern bis in die 1980er kippten hier mehrmals täglich LKW mit Anhängern Schotter, den sie im Steinbruch Bötzingen geladen hatten, in eine große Mulde von der er per Förderband in Waggons der Deutschen Bundesbahn transportiert wurde. Bis zu 400 Schotterwagen pro Monat. Das war viel Lärm und Staub!

Anfang der 60er Jahre gab es ein großes Interesse von Gottenheimer Hausfrauen an einer geräumigen und modernen Gemeinschaftskühlanlage mit Einzelboxen zum Kühlen von Fleisch das bei den damals verbreiteten Hausschlachtungen anfiel, da die Schweinehaltung im Dorf noch verbreitet war. So bot es sich an, dass die freie Fläche über der Kühlanlage dazu genutzt wurde, das Warenlager zu erweitern.

Da sich das Einkaufsverhalten mit den Jahren veränderte und private Gefriertruhen preiswerter wurden, wurde auf die Nutzung der Kühlboxen immer mehr verzichtet, so dass man sich schließlich gezwungen sah, die Gemeinschaftskühlanlage aus wirtschaftlichen Gründen aufzugeben. Der allgemeine Rückgang der Landwirtschaft wirkte sich auch immer mehr auf den Umsatz im Raiffeisen-Warenlager aus, so dass auch dieses schließlich aufgegeben und 2003 abgerissen wurde.


Bemaltes Waaghäusle
Bemaltes Waaghäusle 2015

Die an der Ecke Bahnhofstraße/Schulstraße liegende große öffentliche Waage, gut erkennbar am kleinen Waaghäusle, wurde etwa um 1960 hergestellt. Sie wurde hauptsächlich zum Wiegen von schweren Waren auf landwirtschaftlichen Anhängern verwendet, z.B. für Briketts oder landwirtschaftliche Güter wie etwa gefüllte Traubenbottiche im Herbst vor dem Weitertransport zum Badischen Winzerkeller in Breisach.

Nach einigen Jahren nahm jedoch die Nachfrage stark ab, so dass auf die teure Eichung, die jedes Jahr fällig wurde, verzichtet und die Waage stillgelegt wurde. Schließlich erleichterten die Transportmöglichkeiten auf der Straße die Versorgung mit Brennstoffen wie Heizöl. Heute ist es kaum mehr denkbar, dass z.B. Eierkohlen, Briketts, Pellets oder sonstige feste Brennstoffe auf Anhängern angeliefert und gewogen werden.

2015 hat der Schulförderverein im Sommerferienprogramm eine Graffiti-Aktion für Kinder organisiert, um das alte Waaghäuschen aufzuhübschen.

Heute: Park & Ride Parkplatz sowie Optionsfläche für die zukünftige Weiterentwicklung.


Wir gehen nun in die Schulstraße (nomen est omen), gleich rechts auf dem Bolzplatz stand bis 1984...

G: Ehemalige Zigarrenfabrik

Früher: Zigarrenfabrik der Firma Schneider aus Hugstetten; später Studentenwohnheim.

Zigarrenfabrik um 1970
Ehem. Zigarrenfabrik um 1970

Von 1880 bis 1960 in den besten Zeiten des Tabakanbaus gab es drei Zigarrenfabriken in Gottenheim: Die Zigarrenfabrik Steyert (ehemaliges Gasthaus Sternen), ein kleinerer Familienbetrieb der Familie Kleeb (später Oskar Isele, der nach Einheirat die Firma unter seinem Namen weiterführte) und schließlich die Zigarrenfabrik Schneider aus Hugstetten, die um 1900 eine Filiale in Gottenheim, Ecke Bahnhofstraße/Schulstraße, gründete. Diese beschäftigte zeitweise über 60 Mitarbeiter (s.u. Foto). Die Zigarrenfabrik und die Güterhallen gegenüber sind auf einem Gemälde von Helmut Vöglin gut abgebildet.

Nach dem zweiten Weltkrieg war der Zenit des Tabakanbaus überschritten. Die EWG-Verträge führten zum Abbau von Schutzzöllen für den heimischen Tabakanbau. Ab 1959 trat zudem die Blauschimmelkrankheit stark auf - die dagegen erforderlichen Spritzungen waren schwierig und arbeitsaufwendig. So kam der Tabakanbau immer mehr zum Erliegen.

Belegschaft Fa. Schneider ca. 1955
Belegschaft Firma Schneider um 1955

Ein starker Konsumrückgang bei Zigarren und Stumpen verstärkte den Niedergang. So mussten letztlich alle drei Betriebe ihre Fabrikation einstellen.

Das leer stehende Gebäude der Firma Schneider in der Schulstraße wurde später von der Gemeinde Gottenheim übernommen, zunächst zu einem Studentenwohnheim umgestaltet, kurzfristig als Kindergarten und später für Sozialwohnungen genutzt. Mangels Rentabilität und wegen einem hohen Sanierungsbedarf wurde das große Gebäude schließlich im Jahre 1984 abgerissen.

Seither diente das Gelände als Freifläche für Musikhocks (1999 Musikhock mit der Blasmusik Texas), Fasnetveranstaltungen (im großen Zirkuszelt) und als Bolzplatz für Kinder und Jugendliche.

Gesamtes Areal um 1986
Gesamtes Areal um 1986

Lange Zeit war die große Fläche für den Bau einer Mehrzweckhalle vorgesehen und überplant, aber für den Bau einer Halle fehlte der Gemeinde im entscheidenden Moment immer das notwendige Geld.

2016 beschloss der Gemeinderat auf dem Bolzplatz den neuen Kindergarten in zweigeschossiger Bauweise zu errichten.

Heute: Freifläche mit Bolzplatz und Grundstück für den geplanten Neubau des Kindergartens.


Wir gehen die Schulstraße weiter, gleich rechts, etwas zurückgesetzt, sehen wir ein älteres Haus...

H: Ehemalige Schmiede

Früher: Schmiede von Fridolin Maurer und dann Schlosserei von dessen Sohn Franz Maurer.

Fam. Maurers Wohnhaus & Schmiede 1970
Fam. Maurers Wohnhaus & Schmiede l.o. 1970

Der obere Schmied Wilhelm Maurer hatte eine Huf- und Wagenschmiede in der Hauptstraße 136. 1946 errichtete einer seiner vier Söhne, Fridolin Maurer, in der Schulstraße 17 eine eigene Schmiede.

Das Beschlagen der Pferde und Klauentiere war eine schwere Arbeit, da die Eisen von Hand geschmiedet wurden. Das Beschlagen von Wagen war vielseitig: es musste alles zusammenpassen und funktionieren - vom Rad, über den Lenkscheit, die Schwiebe bis zur Bremse. Der Schmied musste die Wegeisen des Pflugs schärfen und geschundene Pflug-, Eggen- und sonstige Geräteteile wieder ausrichten. Beschläge für Tore und Fensterläden stellte Fridolin Maurer ebenso her und brachte sie zum Anschlag. Zwischendurch war auch immer einmal irgendwo eine Wasserleitung kaputt...

Fridolin Maurer war der Wassermeister der Gemeinde und bei der Errichtung des Pumpwerks im Nötig, der sogenannten Fridolins Kapelle beteiligt.

1965 übernahm dann sein Sohn Franz (s'Fridoline Franz) nach der Meisterausbildung die Schmiede und baute die Schlosserei aus. Er führte auch Gas-, Wasser- und Sanitärinstallationen durch und war ebenfalls Wassermeister.

Umbau Schlosserei: MV-Probenraum
Umbau der Schmiede zum MV-Probenraum

1986 hat Franz Maurer dann gegenüber ein Wohnhaus und eine große Schlosserwerkstatt gebaut und das alte Anwesen an die Gemeinde verkauft. Das alte Wohnhaus wurde noch einige Jahre für soziales Wohnen und Flüchtlinge verwendet und nach Beschluss des Gemeinderats vom 15.03.2007 schließlich 2008 für einen Schulparkplatz abgerissen.

1991–1994 wurde die ehemalige Dorfschmiede mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde durch den Musikverein und die Narrenzunft in Eigenleistung umgebaut, das Dach erneuert und isoliert, Toiletten eingebaut und in beiden Geschossen Probenräume eingerichtet, die heute von vier Vereinen intensiv genutzt werden.

Bis 2006 war im Erdgeschoss ein Raum für Gottesdienste der evangelischen Kirche eingerichtet.

Heute: Gemeinsames Vereinsheim von Musikverein, Narrenzunft Krutstorze, Akkordeonspielring sowie Heimat- und Trachtengruppe.
Aus der Schlosserei wurde ein großer Metallbaubetrieb im Gewerbegebiet Nägelsee, den Clemens Maurer in vierter Generation betreibt.


Wir folgen der Schulstraße weiter, entlang der hohen dreigeschossigen Fassade rechts bis zum Eingang...

I: Das neue Schulhaus

Früher: Schul- und Lehrerhaus für Gottenheim, zwischen den Jahren 1908 und 1910 erbaut.

Lehrer- und Schulhaus nach 1910
Lehrer- und Schulhaus nach 1910

Es umfasste vier große Schulräume, zwei kleine Zimmer zur Unterbringung von Lehrmitteln, sowie ein Klosett für die Lehrer. Die Schülertoiletten standen am Rande des Schulhofes. Direkt an der Schule wurde das Lehrerhaus angebaut mit einer Fünfzimmerwohnung für den ersten Hauptlehrer und vier Zimmer für den zweiten Hauptlehrer. Die Unterkünfte der Unterlehrer befanden sich im Schulgebäude, jedoch von diesem getrennt und nur über die Treppe des Lehrerhauses zugänglich. Zu den Dienstwohnungen gehörten eine Waschküche - später Garagen -, eine Holzremise und zwei Gärten. Das Ganze kostete einschließlich des Grundstücks die stolze Summe von fast 100.000 Goldmark.

In den Jahren 1963 bis 1965 wurde das Schulhaus um einen ganzen Flügel und eine Turnhalle erweitert: Am 14. September 1963 begannen die Arbeiten an der Schulhauserweiterung. Eine Klasse bezog für drei Jahre den Saal des Gasthauses zum Adler. Der Schulhof war in dieser Zeit Baustofflager, die Schulstraße Pausenplatz. Am 12. September 1964 konnte das Richtfest gefeiert werden.

Richtfest Schulerweiterung 1964
Schulhauserweiterung beim Richtfest 1964

Am 12. März 1966 fand die Einweihung des stolzen Gebäudes statt mit 10 Klassenzimmern, einer Gymnastikhalle, modernen sanitären Anlagen, einem Handarbeitsraum unterm Dach und einem Werkraum im Keller, einer Küche mit drei Kocheinheite sowie Lehrer- und Rektorzimmer und vier kleinen Nebenräumen. Die ehemalige Unterlehrerwohnung wurde zur Schülerbibliothek umgestaltet. Die Gesamtkosten waren mit über 1 Million DM veranschlagt. Der Bau wurde gerade rechtzeitig fertiggestellt - zur Einführung des 9. Schuljahrgangs; die Volksschule wurde zur Grund- und Hauptschule.

Von 1997 bis 2000 wurde das Schulgebäude für 2 Millionen DM generalsaniert: Die Trockenlegung des Kellers, der Umbau der Lehrküche, der Werkräume und der ehemaligen Lehrerwohnung, neue Klassenzimmer und die Kernzeitbetreuung im DG, die Wärmedämmung und Neueindeckung des Dachs, die Neugestaltung der Außenfassade und die Umgestaltung des Schulhofs (Echse) wurden umgesetzt. 2007 wurde eine 11 kWp große Photovoltaik-Anlage installiert.

Die Gymnastikhalle, die für diverse Anlässe genutzt wird - Bürgerversammlungen, Fasnetveranstaltungen, Konzerte vom Musik- oder Gesangverein oder Seniorennachmittage - ist für die Größe der Gemeinde eigentlich zu klein. Teilweise müssen Fasnetveranstaltungen aus Platzgründen wiederholt oder Musikkonzerte in der größeren Festhalle der Nachbargemeinde Bötzingen abgehalten werden. Die für eine größere Halle notwendige Investition kann die Gemeinde nicht leisten, so dass die Gymnastikhalle das größte Wohnzimmer im Ort bleibt.

Heute: Grundschule Gottenheim und zusammen mit dem Kindergarten Bildungshaus Kibiz.


Wir folgen 100 Meter weiter der Schulstraße und sehen nach der Kreuzung mit der Hintergasse rechts...

J: Ehemaliges Postamt

Früher: Wohnhaus und früheres Postamt des damaligen Postverwalters Philipp Wiloth senior.

1947 Herbstwagen; im Hintergrund: Treppe zum Postamt
Herbstwagen; dahinter Treppe zum Postamt 1947

Bevor die Post in Gottenheim eingerichtet wurde, war die Gemeinde verpflichtet, einen Amtsboten zu unterhalten, der die Sendungen nach Freiburg beförderte. Die Post für den Amtsort Breisach musste in Freiburg aufgegeben werden, auch die für Gottenheim bestimmte Post nahm den Weg über Breisach.

Erst ab 1842 wurde die Strecke Freiburg - Gottenheim am Sonntag, Montag, Mittwoch und Freitag von einem Postboten begangen. Für 2 Kreuzer konnten ihm Briefe und für 4 Kreuzer Fahrpoststücke mitgegeben oder von ihm empfangen werden. Zwischenzeitlich hatte Gottenheim eine Brieflade (Postkasten) erhalten, die regelmäßig vom Breisacher Amtsboten geleert wurde. Seit dem Jahre 1863 ist in Gottenheim eine Großherzoglich Badische Ablage nachweisbar, welche die Familie Band im Adlerwirtshaus betreute. 1867 wurde in Gottenheim eine Postbedienstete, die Witwe Sofie Band zur Leerung der Brieflade bestellt, deren Inhalt sie dem täglich zweimal von Breisach kommenden Postboten übergab bzw. Briefe in Empfang nahm.

Am 31. Dezember 1871 ging die Badische Post auf die Reichspost über. Damals fuhren bereits Züge auf der Strecke Freiburg-Breisach, was dann die Einrichtung einer vollen Postagentur mit dem Poststempel Gottenheim zur Folge hatte. 1902 hatten die Geschwister Balbine, Pauline und Adeline Zehner die Postagentur im Haus Hauptstraße 43 inne.

Nach dem 1. Weltkrieg bis 1965 war das Postamt in der Hintergasse 11 im Wohnhaus des Postverwalters Philipp Wiloth untergebracht. Über die teilweise heute noch erhaltene steile Außentreppe an der Giebelseite gelangte man in den umgestalteten Wohnraum, um z.B. ein Paket aufzugeben.

Ehem. Postamt im Anwesen Hauptstr.33
Ehemaliges Postamt in der Hauptstraße 33

1965 (nach dem Umzug der dortigen Raiffeisenbank in die Hauptstr. 23) zog das Postamt ins Hinterhaus der Hauptstr. 33 um. Zunächst Maria Wiloth (s'Post-Marieli), dann Fr. Heublein und zuletzt Fr. Weber nahmen Pakete an und führten Überweisungen und Auszahlungen durch. Bis Anfang der 1970er wurden die Renten noch bar von der Post ausbezahlt.

1997 hat die Deutsche Post nach 130 Jahren ihr Postamt Gottenheim schließlich aufgegeben. Stattdessen (wie schon 1871) konnte sie wieder eine Postagentur in der Bäckerei-Konditorei Zängerle einrichten, die neben guten Backwaren und Torten so auch einen guten Postservice anbietet.

Heute: Privathaus. Die Postagentur ist in der Bäckerei Zängerle, in der Schulstraße 19.


Wir folgen der Schulstraße 100 Meter bergauf zur Hauptstraße, am Ende links ein stattliches Gebäude...

K: Ehemaliges Gasthaus Adler

Früher: Vogtei, Gemeindehaus und später Gasthaus; zeitweise Schule.

Gasthaus Adler
Ehemaliges Gasthaus Adler vor 1900

Den Kern des heutigen Wittenbacher Hofes erbauten im Mittelalter die Johanniter, welche in Gottenheim über stattliche Ländereien verfügten. Das ursprüngliche Haupthaus (vier Fensterachsen entlang der heutigen Schulstraße) umfasste den noch heute bestehenden Gewölbekeller und ein darüber befindliches Hauptgeschoss in welchem die Verwaltung und der Verwalter untergebracht waren. Im Nachgang des Herrschaftsübergangs über die Ortschaft Gottenheim im Jahre 1672 an die Herren von Wittenbach, erwarben diese das Anwesen zur Einrichtung ihrer örtlichen Vogtei. Nach dem Spanischen Erbfolgekrieg (1701 - 1714), welcher auch Gottenheim nicht verschonte, wurde das Anwesen erweitert (vermutlich weil es im Zuge von Plünderungen in Mitleidenschaft gezogen wurde).

Der Umbau welcher um 1730 (Schlussstein im Torbogen der Hofeinfahrt) fertig gestellt wurde umfasste die Erweiterung des Haupthauses und den Neubau des Ökonomiegebäudes, sodass ein barocker Vierseithof entstand. Das Hauptgebäude wurde um eine fünfte Fensterachse verlängert, verbunden mit dem Ausbau eines zweiten Vollgeschosses, in welchem sich der noch heute bewundernswerte und einzigartige Barocksaal mit seiner Originalstuckdecke befindet.

Stuckdecke innen
Stuckdecke im Gastraum

1773 wurde der Wittenbacher Hof von der Gemeinde Gottenheim übernommen und diente fortan als Gemeindehaus. Selbst nachdem das Anwesen 1797 an den Adlerwirt Anton Band verkauft wurde, fanden bis 1854 noch Ratssitzungen und sonstige offizielle Veranstaltungen im Barocksaal statt. Später übernahm die Familie Schwenninger das Gasthaus.

In den Kriegsjahren, als größere Räume für den Schulunterricht benötigt wurden, war es keine Seltenheit, dass die Schüler abwechselnd im Gasthaus Adler und im Gasthaus Krone zur Schule mussten. Es konnte vorkommen, dass Zweitklässler mit den Siebtklässlern zusammen Unterricht hatten. Aussage einer Schülerin während der Umbauphase der Volkschule 1963/64: Wir sind damals im Adler zur Schule gegangen. Im oberen Saal war unser Klassenzimmer. Darin stand ein stinkiger Kohleofen. Da der immer mächtig rauchte, mussten wir im Winter ständig die Fenster aufreißen. Schließlich bekamen wir einen Ölofen.

1977–1978 wurde der Wittenbacher Hof von Max & Marlies Grafmüller unter weitgehender Erhaltung der historischen Bausubstanz renoviert und restauriert. Bis 2012 wurde er von verschiedenen Pächtern als Historisches Gasthaus Adler betrieben.

Heute: Eventveranstaltungen im Wittenbacher Hof. In den oberen Etagen Privatwohnungen.


Wir queren die Hauptstraße, betreten den Bückleplatz und setzen uns dort ein paar Minuten auf die Bank...

L: Bückleplatz

Früher: Stand hier ein kleines landwirtschaftliches Anwesen (Wohnhaus, Stall, Scheune)

Bückleplatz 2006
Bückleplatz 2005

Bis 2007 stand auf dem heutigen Bückleplatz das kleine Wohnhaus mit angebautem Stall und Scheune der Familie Hunn. An der Ecke vorn befand sich sogar noch ein kleiner Parkplatz!

Der Name Bückleplatz stammt von der kleinen Sackgasse Im Bückle in der einige kleinere Anwesen liegen (unter anderem bis in die 1960er Jahre die frühere Metzgerei Hoch; eine der damals drei Metzgereien im Ort!).

In den vergangenen Jahrhunderten war unter Berücksichtigung der eng begrenzten finanziellen Mittel meist nur ein kleines Grundstück für den Bau eines bescheidenen Eigenheims möglich. Trotz enger Platzverhältnisse war doch Platz für bis zu zwei Kühe, für Heu, Stroh und die erforderlichen Gerätschaften. Das wenige Vieh, welches zur Ernährung (Milch, Butter, Käse, Eier) der Familie beitrug war zur damaligen Zeit eine Bereicherung im Haushalt, besonders für kinderreiche Familien.

Die meisten Arbeiten in der Landwirtschaft konnten früher nur manuell erledigt werden, so dass man immer auf gegenseitige Nachbarschaftshilfe angewiesen war. Trotz der engen Platzverhältnisse und der Nähe zur Nachbarschaft war ein friedliches Neben- und Miteinander möglich.

Eingelegtes Wappen im Bückleplatz
Eingelegtes Wappen im Bückleplatz 2006

2006 wurde im Rahmen der Sanierung der Hauptstraße das kleine Anwesen am Bückle von der Gemeinde Gottenheim erworben und 2007 abgerissen, so dass dort der kleine Bückleplatz mit einer Sitzgelegenheit rund um die Linde zum Ausruhen und Zuschauen angelegt werden konnte. Im Pflaster des Platzes ist ein großes Wappen der Gemeinde Gottenheim eingelegt.

Heute: Treffpunkt für die Oberdörfler sowie die vorbeikommenden Wanderer und Radfahrer.


Wir wenden uns dem lang gezogenen Gebäude an der Einmündung des Bücklewegs zum Kronenplatz zu...

M: Gasthaus zur Krone

Früher: Seit Ende des 16. Jahrhunderts Gasthaus mit dem Kronenplatz am Ortsausgang.

Gasthaus zur Krone 1935?
Gasthaus zur Krone um 1935

Das Anwesen Gasthaus Krone wurde in drei Bauabschnitten vor 1700 erstellt. Die Scheune mit Stallung wurde 1712 erbaut. Ein Um- und Ausbau am Wohnhaus mit Zimmern sowie der Bau eines Brennhauses und von Schweineställen erfolgte 1742. Das geräumige Ökonomiegebäude diente später zur Sammlung und Verwertung des Zehnten.

Bereits vor 1800 war das Geschlecht Streicher Eigentümer des Anwesens. Anfang des 19. Jahrhunderts war Johann Streicher (genannt Kronen Jean) Eigentümer. Durch unglückliches Wirtschaften kam Johann Streicher jedoch in Gant (d.h. ging Pleite), so dass das Anwesen zusammen mit 34 Feldgrundstücken am 25. Mai 1854 im Wege der Zwangsversteigerung vom Landwirt und Gütermakler Anton Weber aus St. Georgen für 5.170 Gulden erworben wurde. Die Grundstücke wurden in den folgenden Jahren vom neuen Eigentümer einzeln an Liebhaber weiterverkauft. Das Anwesen zur Krone mit zwei Grundstücken wurde vom Küfer Johann Isele aus Wasenweiler gekauft.

Fasnet anno 1950
Fasnet auf dem Kronenplatz 1950

Wie in den Anfangsjahren üblich gehörte zu den Gasthäusern auf den Dörfern auch eine Landwirtschaft. Die Essgewohnheiten der Gäste waren den damaligen Einkommensverhältnissen entsprechend spärlich, so dass ohne das Nebeneinkommen aus der Landwirtschaft keine erträgliche Existenz möglich gewesen wäre. Die erzeugten Produkte wurden überwiegend im eigenen Haushalt benötigt, so dass den Gästen eine Speisekarte oft nur in Form eines Papierzettels angeboten werden konnte. Ab und zu wurden auch Hochzeiten, Geburtstage und sonstige Festlichkeiten in den Gasthäusern gefeiert. Die Generationswechsel in der Familie wurden entweder mit einer Renovierung oder mit einem kleineren Umbau verbunden.

Der Kronenplatz war früher der zentrale Dorfplatz für das jährliche Patroziniumsfest (Kirchweihfest mit Karussell, Schiffschaukel und Verkaufsständen). Dort fanden bis in die 1970er Jahre auch die zentralen Aufführungen der Gottemer Fasnet statt.

Seit 1854 führt somit die Familie Isele das Gasthaus mit familiärer Gastfreundschaft in nun fünfter Generation. 2012 haben Heiko und Susanne Isele einen großen Schritt getan: Das Restaurant wurde renoviert und erweitert sowie als Landhotel Krone mit drei Sternen ausgezeichnet.

Heute: Landhotel Restaurant Zur Krone mit Gästehaus und Sitzgelegenheiten im Kronenhof.


Wir gehen nun die Hauptstraße hinunter bis zur Kirchstraße, rechts ein großes, lang gezogenes Gebäude...

N: Ehem. Gasthaus Sternen

Früher: Vor 1900 Gasthaus Sternen, danach Wohnhaus und Tabakwarenfabrik Firma Steyert.

Kirchweg mit Zigarrenfabrik ca. 1938
Kirchweg mit Zigarrenfabrik etwa 1938

In der Kirchstraße 2 befand sich früher das Gasthaus Sternen. Während des Umbaus der alten Gottenheimer Schule (Kirchstraße 1 gegenüber) von 1813 bis 1817 war hier die Schule ausgelagert.

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Gasthausbetrieb eingestellt und das gesamte Anwesen von der Familie Steyert erworben.

Die Familie Steyert wechselte schon vor 1880 vom Seegrasgeschäft für Matratzen auf die Rauchwarenproduktion: In der Firma Andreas Steyert in Gottenheim sowie in Filialen in Merdingen, Bahlingen und Endingen wurden die bekannten ASGO-Stumpen und -Zigarren produziert.

Der Tabakanbau folgte in Gottenheim auf den früher wichtigen Hanfanbau, der nach dem Durchbruch des St. Gotthard 1880 in den folgenden Jahren durch die Konkurrenz des billigeren italienischen Hanfs zum Erliegen kam.

Diese Zigarrenfabriken beschäftigten meistens Frauen aus dem Ort. Die überwiegend manuelle Tabakwarenproduktion wurde später durch die maschinelle Herstellung immer mehr verdrängt, so dass die Arbeitsplätze entfielen und die dazu gehörigen Gebäude überflüssig wurden.

Anwesen Steyert
Anwesen der Familie Steyert 2016

1967 hat auch die Firma Steyert, die seit 1877 eine mittlere Zigarrenfabrikation betrieb, ihre Pforten geschlossen.

Interessant:
Früher gab es in Gottenheim noch ein weiteres Gasthaus in der Hauptstraße 65 am Ortsausgang in Richtung Wasenweiler, das Gasthaus zur Sonne.

Heute: Schön renoviertes Anwesen der Familie Steyert am unteren Ende der Kirchstraße, die zur Rebhisli-Tour in den Alten Rebberg führt..


Wir umrunden unterhalb der Kirchstraße den Flachbau der WG, der etwas in den Kirchberg hinein gebaut ist...

O: Ehemalige ARAL-Tankstelle

Früher: Die 1961 erbaute ARAL-Tankstelle mit Reparaturwerkstatt in der Hauptstraße 49.

ARAL-Tankstelle um 1975
ARAL-Tankstelle um 1975

Gegenüber des einstigen Gasthauses Sternen bzw. der späteren Zigarrenfabrik Steyert lag zur Hauptstraße hin ein großes Gartengelände.

1961 bekundete der Automechanikermeister Paul Schweizer Interesse an diesem Grundstück zum Bau einer Tankstelle mit Autowerkstatt. Zunächst verpachtete die Familie Steyert ihren Garten und verkaufte in 20 Jahre später endgültig an die Firma Strohmeier, die darauf eine ARAL-Tankstelle mit Werkstatt errichtete, die von Paul Schweizer gepachtet wurde. Für Gottenheim war es ein großer Fortschritt eine Autowerkstatt mit Tankstelle zu haben.

1969 übernahm Gerold Berger mit seiner Familie die Tankstelle und baute die Autowerkstatt in den Folgejahren weiter aus. Er war berühmt für seine umfangreichen Erfahrungen mit Landmaschinen jeder Art und hat somit manchen Traktor, Mopeds und andere Geräte mit Verbrennungsmotoren wie den sogenannten Düsenjäger (motorisierte Schulterspritze) oder einen Solo Minor wieder zum Laufen gebracht.

1997 erkrankte er leider schwer und starb bald darauf, so dass die ARAL-Tankstelle von einem anderen Pächter übernommen wurde.

ARAL-Tankstelle 2007
ARAL-Tankstelle 2007

2008 wurde die Tankstelle, auch weil sie zu klein geworden war und eine aufwendige Sanierung anstand, schließlich vom damaligen Pächter aufgegeben. Da aufgrund moderner Tankstellen im Umland kein neuer Pächter gefunden wurde, fiel die Tankanlage dem Bagger zum Opfer.

Interessant: In der Umkircher Straße 7 war eine weitere Tankstelle (bis in die 70er Jahre SHELL, später Freie Tankstelle) bis Anfang 2000 in Betrieb (seither ist dort ein Autohandel). Eine weitere historische Zapfsäule (SHELL), die früher im Hof des Gasthauses zum Bahnhof stand, befindet sich zur Erinnerung heute im Vorgarten der Bahnhofstraße 2. Gottenheim hatte früher mehrere Tankstellen, heute keine einzige mehr...

2009 wurde das Grundstück von der Winzergenossenschaft Gottenheim erworben, das bestehende Büro mit Nebenraum erweitert und als schmucke Verkaufsstelle Zehngrad für Gottenheimer Weine, Sekt und ausgewählte Geschenkartikel eingerichtet.

Heute: Ladenlokal der Winzergenossenschaft Gottenheim zum Weinverkauf: Zehngrad. Auch Spirituosen, Karten und tolle Geschenke!


Unterhalb der Tankstelle in der Hauptstr. 47 ein großes Haus, heute mit einem Imbiss im Erdgeschoss...

P: Ehem. Tante-Emma-Laden

Früher: Ein Tante-Emma-Laden zum Einkaufen (zuerst bei s´Hartebache, später s´Dangels).

s´Hartebache Laden, Hauptstr. 50 um 1925
s´Hartebache Laden, Hauptstr. 50 um 1925

Seit den 1920er Jahren gab es gegenüber in der Hauptstraße 50 den Kolonialwarenladen von Otto & Maria Hartenbach (Einkaufen bei s´Hartebache). 1938 übernahm Tochter Mathilde den Laden. In den 40er bis 50er Jahren war hier sogar eine kleine Tankstelle (einzelne Zapfsäule).

Mathilde heiratete 1947 Max Dangel und 1959 haben sie vis-à-vis in der Hauptstraße 47 die Scheune und danach das Haus umgebaut und den Laden dorthin umgezogen (nun Einkaufen bei s´Dangels).

Hinweis: In der Hauptstraße 50 befand sich in den 1960er/1970er Jahren die Filiale der Volksbank Breisach, bis diese mit der Raiffeisenbank fusionierte.

In den 1960ern gab es sieben Lebensmittelläden:
1) Hauptstraße 12, Walter Schneider
2) Hauptstraße 47, Mathilde Dangel (CENTRA)
3) Hauptstraße 59, ehem. Elsa Fackler, ab 1956 Christina König, ab 1966 Monika Wiloth (EDEKA)
4) Brunnenstraße 8, Brigitte Meining (SPAR?)
5) Schulstraße 22, Rosa Eisele (VIVO)
6) Umkircher Straße 1, Rosa Hess (SPAR)
7) Mühlenstraße 1, Maria Blum (A&O)

In den 1960er/70er Jahren war in der Hauptstraße 47 im Erdgeschoß rechts auch noch das Radio- und Fernsehfachgeschäft Otto und später der Schuhladen Ria Bianchi untergebracht.

s´Dangels Laden, Hauptstr.47 um 1989
s'Dangels Laden, Hauptstr. 47 um 1989

1988 übergab Mathilde Dangel nach 50 Jahren ihr Lebensmittelgeschäft an Sohn Rainer, der es umfangreich erneuerte, das Sortiment vergrößerte und mit modernen Theken und Kühlraum ausstattete.

1992 musste Dangels Lebensmittelladen schließlich aufgegeben werden, da der allgemeine Niedergang des Lebensmitteleinzelhandels durch die Stadtnähe und das Einkaufsverhalten nicht aufzuhalten war.

Bis 2009 folgte noch ein Schlecker-Drogeriemarkt und als letzter Lebensmittelladen von 2010 bis 2013 das Gottemer Lädele mit türkischen Spezialitäten.

Heute: Maxi Döner&Pizza Schnellimbiss. Die Grundversorgung leistet der Supermarkt Netto.


Zwischen Zehngrad und dem Laden gehen wir zehn Meter die Salzgasse und haben drei Alternativen:

1) Barrierefrei weiter (Auslassen der Stationen Alte Schule & Kirche) der Salzgasse, dann Rathausstr. bis zur Mühlenstraße folgen, vor bis zur Waltershofer Straße und rechts zur Station Dorfbach/Schwemme.

2) Als halbe Tour die Salzgasse weiter, nach 100 Metern links zur Hauptstraße, dann rechts zur Station Alter Kindergarten, dann zum Rathaus. Ende der Tour.

3) Tipp: Wir gehen die gesamte Historische Tour und steigen halbrechts die kleine Fußgängertreppe hoch. Nach 10 Metern kommt links in der Kirchstraße 1...

Q: Ehem. Altes Schulhaus

Früher: Das erste Gottenheimer Schulhaus in der Kirchstraße 1 wurde im Jahre 1788 gebaut.

Altes Schulhaus 1900
Altes Schulhaus um 1900

1788 wurde das erste Schulhaus von der Gemeinde gebaut; denn in diesem Jahre weigerte sich der Pfarrpatron, der Bischof von Basel, den Handwerkern in Gottenheim die Löhne zu zahlen, obwohl er nach dem Gesetz von 1774 dazu verpflichtet war, weil er keinerlei Einkünfte aus der Filiale bezog. Es handelte sich um das Gebäude in der Kirchstraße 1, das ältere Gottenheimer heute noch alte Schule nennen.

Es wurde aber nicht sehr stabil errichtet, denn 1812 erteilte das Ministerium die Genehmigung zum Bau eines neuen Schulhauses. Nach langen Beratungen entschieden sich die Gemeindevertreter jedoch für einen Um- und Erweiterungsbau. Das Abbruchholz des zum Teil abgerissenen Gebäudes brachte der Gemeindekasse noch 43 Gulden. 1813 forderte Martin Wenzinger aus Mördingen für seine Lieferung von Kalk und Backsteinen 11 Gulden. Die Arbeiten schritten langsam voran, erst um 1817 waren sie abgeschlossen. Die Kosten betrugen etwa 2200 Gulden. Der Unterricht wurde während der Umbauzeit im gegenüberliegenden Gasthaus Sternen abgehalten. Der Wirt Johann Mayer erhielt jährlich 29 Gulden für einen Raum als Schulstube und weil er dem Lehrer Wohnung gab. 1835 musste das Gebäude von der Gemeinde erneut renoviert werden.

Die Badische Schul-Statistik (Auskunftsbuch über die Schul- und Ortsverhältnisse sämtlicher Schulorte des Großherzogtums Baden) bezeichnet das Schulhaus als gut: Dienstwohnung: fünf ziemlich kleine Zimmer im 1. und 2. Stock, Schweine- und Hühnerstall. Scheuer, Waschküche, Backofen, Pumpbrunnen beim Haus, Wasserleitung in Aussicht. Ein Unterlehrerzimmer befindet sich im Rathaus. Dies entsprach keinesfalls der Realität, war doch das Schulhaus mitten im Umbau und die Dienstwohnung im Gasthaus Sternen!

Alte Schule 2016
Gebäude der alten Schule 2016

Da die Räumlichkeiten durch die Zunahme der Schüler wie auch des Lehrpersonals nicht mehr ausreichten, entschloss sich die Gemeinde zum Neubau einer Schule im damaligen Gässle. 1912 nach der Eröffnung der neu erbauten Schule wurde das alte Schulgebäude aufgegeben und zum Verkauf angeboten. 1922 wurde es an die Familie Pfeil/Hagios verkauft, die es zu Wohnungen umgebaut hat.

Heute: Renoviertes großes Mehrfamilienwohnhaus in Privatbesitz.


Wir folgen der Kirchstraße zum Wahrzeichen von Gottenheim mit seinem herrlichen Blick über das Dorf...

Hinweis für Wanderer: Ab der Kirche kann man die Kirchstraße weiter hoch, am Friedhof vorbei, die bekannte Rebisli-Tour laufen - ein vier km langer Rundwanderweg durch den alten Gottenheimer Rebberg und dann zur Kirche zurück, unsere Tour fortsetzen.

R: Kath. Kirche St. Stephan

Früher: Bereits im Jahre 1465 wird von einer Ruinosa-Kapelle in Gottenheim berichtet.

1910: Pfarrkirche St.Stephan
Gottenheimer Kirche um 1910

Bei der ersten urkundlichen Erwähnung der Kirche von Umkirch, am 14. April 1139, wurde die Filiale Gottenheim mit der Kapelle und Kirche zusammen mit anderen umliegenden Kirchen erwähnt. Am 20. Dezember 1465 wurde in den Investiturprotokollen die Gottenheimer Filiale jedoch als baulich ruinös bezeichnet. 1493 bekam Gottenheim die Ausnahmegenehmigung zum Anlegen eines Gottesackers (Friedhof) um die Kirche herum.

Am 17. Juni 1633 zerstörten die Schweden diese Kirche. Es dauerte 100 Jahre bis die Gottenheimer wieder ein würdiges Gotteshaus erhielten. Mit der Wiederherstellung der ruinierten Kapelle wird auch der ehemalige Turm errichtet worden sein. Der spätgotische Chorturm enthielt ein Kreuzgewölbe mit spitzbogigem Wandbogen, dessen Rippen auf mit Schildchen versehenen Trägern saßen.

Schon im 16. Jahrhundert bezog die Kirche den Zehnten für den Unterhalt, die Belange des Kirchenbaus, für den Unterhalt des Pfarrers und des Eigenkirchenwesens, was auch wegen Zweckentfremdung oft zu Unstimmigkeiten, Streit und Prozessen führte. Auch in Gottenheim wurde der Streit oft handgreiflich ausgetragen, wobei sogar der Friedhof von diesen Vorkommnissen nicht verschont blieb und dadurch entweiht wurde. Pfarrer Herrgott bekam vom Konstanzer Generalvikar den Auftrag die Wiederweihe vorzunehmen. Weitere ungenannte Streitigkeiten und Vorkommnisse führten zu unbeliebten Visitationen und Vorgängen. Man machte den Vorschlag, die in Umkirch für Gottenheim bestehenden Pfarrrechte nach Gottenheim zu übertragen, was jedoch der Bischof in Basel nicht erlaubt hat.

Kirchturm bombardiert
Zerstörter Kirchturm nach 1945

Mit Schreiben vom 12. September 1816 hat das Großherzogliche Ministerium des Innern beschlossen, dass der Filialverband des Orts Gottenheim mit Umkirch aufgehoben sei. Das bisherige Vikariat sei von nun an eine selbständige Kuratie (Pfarrei).

1893 wurden bei der Restaurierung wertvolle historische Wandmalereien entdeckt, u.a. die Gestalt Jesu Christi und die 12 Apostel, ferner die Heiligen Stephanus, Andreas, Thomas und Bartholomäus.

All das wurde am 24. Februar 1945 durch einen Bombenvolltreffer zerstört. Ab 1954 wurde der Kirchturm wieder neu und höher aufgebaut. In den Jahren 1972–1974 wurde das Kirchenschiff innen vollständig renoviert und Anfang der 1980er Jahre schließlich auch der Altarraum umgestaltet.

Heute: Katholische Kirche, s. Kirchenführung. Außen das Ehrendenkmal für alle Kriegsopfer.


Wir gehen den steilen Kirchberg zur Rathausstraße hinab und folgen nach 100 m rechts der Mühlenstraße zur Waltershofer Straße. Rechts im Hintergrund das Sägewerk und am Bach die ehemalige Mühle. Wir gehen links die Waltershofer Straße vor zum Dorfbach...

S: Ehem. Schwemme (Dorfbach)

Früher: Flache Steintreppen führten zum Mühlbach hinunter und eine Furt durch ihn durch.

Gottenheimer Schwemme vor 1950
Dorfbach / Schwemme vor 1950

Der Dorfbach mit Schwemme war schon immer ein zentraler und markanter Bereich in unserem Dorf, hier verzweigt sich der große Mühlbach, der sich um die Mühle herum aufteilt in den Falterbach und den Neugraben (auch Brandbach genannt), die dann beide nach Nord(westen) in Richtung Bötzingen bzw. Neuershausen fließen und sich schließlich vor Eichstetten wieder vereinen.

Die Wasserrechte am Mühlbach hatten in Gottenheim die Getreidemühle und die Sägemühle inne, ein weiteres Wasserrecht war der Getreidemühle in Eichstetten zugesprochen wodurch es nicht selten zu Unstimmigkeiten zwischen Mühle/Sägewerk in Gottenheim und der Mühle in Eichstetten kam.

Im Dorfbach wurde schon von alters her an einer gut begehbaren und trittsicheren Stelle die Wäsche gewaschen und gebleicht. Das Gottenheimer Freibad war zu jener Zeit der Dorfbach wo sich die Kinder gegenseitig das Schwimmen beibrachten. Im Dorfbach war in den Sommermonaten auch der Treffpunkt mit dem Vieh (Pferde, Ochsen und Kühe) zum Tränken, so wie auch das wöchentliche Bad (Schwemme) der Pferde am Sonntagmorgen.

Eine besondere Abwechslung erlebte die Gottenheimer Jugend, wenn Zigeunerwagen nach Gottenheim kamen und am Dorfbach für ein paar Tage logieren durften. Als besonderes Erlebnis sei festgehalten, dass an einem Wintertag eine Zigeuneroma im Dorfbach stand und ihren Enkel auf dem Arm zur Taufe mit dem Pfarrer begleitete.

Abriss Fußgängerbrücke 2015
Abriss der Fußgängerbrücke 2015

In den 1960er Jahren wurde aufgrund der Überschwemmungsgefahr der Mühlbach in massive Betonwände eingefasst und mit vier Stauwehren versehen, um den Wasserstand für die Mühle und das Sägewerk sowie den Abfluss in Richtung Falterbach oder Neugraben regulieren zu können.

2007 wurde der von der Narrenzunft Krutstorze aufgestellte Narrenbrunnen renoviert. Er zeigt die Gottenheimer Fasnetfiguren: den Stumpen (der kleine), den Krutwächter (der große) und das Jockeli (mit Blechtafel). Als weitere Attraktion hat die Narrenzunft 2013 dort noch ein Insektenhotel in Eigenleistung erstellt. Seit der Sanierung der Fußgängerbrücken im Jahr 2015 findet hier jeden Sommer ein Entenrennen der NZ im Bach statt.

2017 wird das Bachufer an der Umkircher Straße zum schönen Treffpunkt Am Dorfbach umgestaltet.

Heute: Grünanlage mit Bäumen zum Ausruhen für Wanderer und Radler sowie Baumbibliothek.


Vom Narrenbrunnen aus gehen wir ein paar Schritte in Richtung Umkirch bis zur kleinen Bachbrücke rechts und sehen dahinter ein sehr großes Winkelgebäude...

T: Ehemalige Mühle / Sägewerk

Früher: Dinghof und Mühle um das Nahrungsmittel Mehl und das Baumaterial Holz herzustellen.

Gottenheimer Mühle um 1950
Ehemalige Mühle um 1950

Die Mühle wurde 917–927 erbaut und war ab 1008 im Besitz und beherrscht vom Kloster St. Margareten in Waldkirch, und zugleich auch Dinghof (Stätte wo jährlich Rechenschaft abgegeben werden musste). Zu dieser Gerichtsversammlung kam die Äbtissin aus Waldkirch, um Hof zu halten und Kasse zu machen. Für die Bauern war es Pflicht an dieser Tagung teilzunehmen; bei Nichterscheinen war eine Geldbuße fällig. Kaiser Otto der III. welcher sich im Jahre 994 in Sasbach a. K. aufhielt erhob St. Margarethen zum Reichskloster.

Die Getreidemühle war ein ansehnlicher Betrieb mit fünf Mahlstühlen und der ausgegliederten Sägemühle mit Landwirtschaft. Über die jeweiligen Müller ist Einiges bekannt: So musste der Müller Klein um 1750 fünfzig Taler Geldstrafe bezahlen, weil er am Sonntag gemahlen hatte. Für weitere Verstöße wurde ihm die Exkommunikation angedroht. Klein hatte 1731 als Vogt mit Hans Hess dem Pfarrer in der Predigt widersprochen, nach dessen Aussage, in diesem Dorf leben sie halt lutherisch.

Die Nachfolger von Müller Klein waren Joseph Fuchs, Josef Mayer (1827) und Xaver Maier (Meyer) 1829. Der neue Besitzer ab 1830 war Xaver Meyer von Merdingen, er ist der Vorfahre der jetzigen Besitzerfamilien Meier. Der Sägebetrieb diente zur Herstellung von Bauholz für die nähere Umgebung.

Mühle mit Mahlstuhl Ende 1980er
Mühle mit Mahlstuhl und Vorratstrichter 1980er

Nach dem 2. Weltkrieg kam die in den Besitz der Familie Tibi/Riegger, die den schon alten Mahlstuhl durch moderne Mahlstühle aus Konkursmasse ersetzte. Die Wasserkraft für die Mühle wurde nur noch genutzt, wenn genügend Wasser im Bach vorhanden war. Die Turbine dient heute noch der Fam. Meier zur privaten Stromerzeugung.

Als die Familie Josef Riegger ins Rentenalter kamen, wurde der Mahlbetrieb reduziert und dann Ende der 1980er Jahre endgültig eingestellt.
Einige ausgewählte Bilder von den Innenräumen. Das Dachgeschoss wurde 1982 und die unteren Mahlräume 1990–1993 zu Wohnungen umgebaut.

Das auf der anderen Bachseite entlang der Waltershofer Straße gelegene Sägewerk der Fam. Meier wurde laufend modernisiert und stetig vergrößert. Das Sägewerk hat sich heute auf die Produktion von Euro-Paletten spezialisiert.

Heute: Die Mühle wurde zu Wohnungen umgebaut. Der Bach treibt noch die Wasserturbine an.


Vis-à-vis über der Umkircher Straße sehen wir die große Winzerhalle der WG Gottenheim, früher...

U: Ehemaliger Dreschschopf

Früher: Großer überdachter Platz außerhalb für den Betrieb einer stationären Dreschmaschine.

Dreschschopf
Ehemaliger Dreschschopf um 1965

In früheren Jahren stand an diesem überdachten Platz eine stationäre Dreschmaschine, mit der die Gottenheimer gemeinsam ihr Getreide droschen, bis nach 1950 selbstfahrende Mähdrescher auch in Gottenheim aufkamen.

Neben den hauptberuflichen Landwirten hatten auch viele erwerbstätige Bürger im Nebenerwerb eine kleine Landwirtschaft mit kleineren Rebgrundstücken. Die landwirtschaftlichen Produkte wie Kartoffeln, Getreide, Rüben oder Wein dienten in erster Linie den eigenen Bedürfnissen. Insbesondere der ertragsstarke Weizen wurde in größeren Mengen angebaut, da der Bedarf an Mehl für das tägliche Brot gerade in größeren Familien beachtlich war. Nach der Getreideernte wurden die Garben in Bündeln nach Hause in die Scheune gefahren. Im Spätjahr war dann der Zeitpunkt zum Dreschen: Nachdem die Ähren trocken waren, mussten diese von der Scheune zur Dresche gebracht werden.

Dreschen war eine sehr arbeitsintensive Tätigkeit, für die 5 bis 7 Personen benötigt wurden. Nach getaner Arbeit freute man sich auf das ausgiebige Mittagessen, welches zum Beispiel aus Schinken von der Hausschlachtung und Kartoffelsalat bestand. Die gute Laune wurde noch ein wenig mit eigenem Fasswein aus dem Keller verbessert.

Die gemeinsame Arbeit und das gesellige Beisammensein danach, zeigte die damals notwendige gegenseitige Hilfe, welche mit einem gegenseitigen herzlichen Dankeschön beendet wurde.

Traubenerfassung in der Winzerhalle
Traubenerfassung in der Winzerhalle 2009

1938 wurde dort noch eine Gemeinschaftstrocknungsanlage für den Gottenheimer Tabak erstellt, damit bessere Tabakpreise erzielt werden konnten.

1971 wurde der Dreschschopf abgerissen und von der Winzergenossenschaft Gottenheim dafür eine moderne Halle erstellt. Darin werden während der Weinlese die in großen Bottichen (Boggen) angelieferten Trauben registriert, gewogen, die Öchslegrade (Zuckergehalt) ermittelt und dann auf größere Fuhrwerke zum Transport in den Badischen Winzerkeller nach Breisach umgeladen.

In Ermangelung einer Festhalle fanden in der Winzerhalle auch große Jubiläumsveranstaltungen statt: z.B. 130 Jahre Gesangverein und 125 Jahre Musikverein sowie 50 Jahre Winzergenossenschaft.

Heute: Winzerhalle der Winzergenossenschaft zum Erfassen der Weintrauben im Herbst.


Zurück auf der Fußgängerbrücke sehen wir Richtung Norden, über der Straße sowohl rechts als auch weiter hinten links vom Bach jeweils große Gebäude...

V: Ehemalige Gerbereien

Früher: Zwei Gerbereien links und rechts vom Mühlbach, die dessen Wasser nutzen konnten.

Gerberei
Ehemalige Gerberei Redle um 1900

1804–1805 wurden am Mühlbach Richtung Bötzingen zwei Gerbereien erbaut:

1) Rechts im Vordergrund die Gerberei Redle mit dem Gerberzeichen X Hkg w, das spätere Anwesen Steyert, Haus Nr. 223. Das Gebäude wurde 1804 erbaut und 1898 umgebaut.

2) Links im Hintergrund die Gerberei Schwenninger, sie war wahrscheinlich die Größere. Der Bau dieser Gerberei ist auf das Jahr 1805 datiert und es war ein stattliches Anwesen mit dem Gerberzeichen Scher legen u. Logkäs.

Die Familie Schwenninger, eine Witwe und zwei Söhne, hatte es nicht immer leicht: Oft wurden fertige und halbfertige Waren gestohlen, wahrscheinlich von fachkundigen Dieben. Diese Diebstähle waren auch immer im Großherzoglichen Amtsblatt ausgeschrieben.

Gerberei Schwenninger
Ehemalige Gerberei Schwenninger um 2000

Der Gerber Michael Schwenninger hat das ganze Anwesen am 22. November 1820 zum Verkauf angeboten. Am 27. März 1821 wird es schließlich zur Versteigerung ausgeschrieben.

Bemerkenswertes aus der Geschichte:
Mit Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Dampfmaschinen eingesetzt. Neben dem Antrieb der Maschinen wurde deren Dampf auch zur Herstellung konzentrierter Gerbextrakte verwendet. Diese ermöglichten eine Verkürzung der Gerbzeiten von mehreren Monaten auf einige Wochen. Dadurch entstand eine rationell arbeitende, stark wachsende Gerbindustrie. Mitte des 19. Jahrhunderts war das Lederhandwerk der drittgrößte Gewerbezweig im Deutschen Reich. (Quelle: Wikipedia)

Heute: Die Anwesen mit den Wohnhäusern und Scheunen befinden sich jeweils in Privatbesitz.


Wir überqueren die Waltershofer Straße und folgen der Hauptstraße in Richtung Rathaus, vis-à-vis steht...

W: Ehem. Gasthaus Löwen

Früher: Große Gastwirtschaft mit überörtlich bekannten Fasnetveranstaltungen Louis Ranch.

Gasthaus Löwen 1918
Ehemaliges Gasthaus Löwen 1918

Spätestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es das Gasthaus zum Löwen. Es hatte früher eine große Gartenwirtschaft mit Kastanienbäumen und sogar eine Kegelbahn. Der Löwenwirt Julius Dangel sen. hatte vier Söhne und eine Tochter, Sohn Walter und Tochter Elise wanderten in die USA aus.

Nach Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft übernahm 1949 sein Sohn Julius das Gasthaus und baute es mit viel Eigenleistung beständig und unermüdlich auf die heutige Größe aus. Auch nach dem frühen Tod seiner Frau betrieb er als guter Koch die Gaststätte noch bis 1990 weiter.

Jedes Jahr zur Fastnachtszeit wurde die Wirtschaft nach der Wirtin Louise Dangel, mit einem großen Poster in Louis Ranch umbenannt. Dort fanden seit Ende der 1940er bis Anfang der 1980er Jahre große Fasnetveranstaltungen statt, die Gottenheim im ganzen Umland sehr bekannt machten.

Fasnet-Balkon Löwen 1957
Fasnet-Balkon Gasthaus Löwen 1957

Interessantes zur Gottemer Fasnet erfährt man im Filmprojekt Louis Ranch das auch die Herkunft des Namens Krutstorze für die Gottenheimer Narrenzunft in einer Zeitreise filmisch erklärt.

1990 wurde das Gasthaus umgebaut und von verschiedenen Pächtern als Seniorenheim Unter den Kastanien betrieben. Aufgrund der zentralen Lage wohnten auch viele GottenheimerInnen dort.

2014 musste das Seniorenheim unter anderem auch aufgrund gestiegener Brandschutzanforderungen aufgegeben werden und die BewohnerInnen mussten zum größten Teil in ein neues Seniorenheim nach Ihringen umziehen.

2015 erfolgte durch drei verschiedene Investoren der vorläufig letzte Umbau zu einer Physiotherapiepraxis (EG, UG), Räume für eine Tagespflege (EG) sowie Apartmentwohnungen (OG, DG).

Heute: Eine moderne Physiotherapiepraxis, eine Tagespflegeeinrichtung sowie Apartments für Handwerker & Studenten.


Nach 100 Metern kommen wir linker Hand in den Rathaushof, dort steht die heutige Bürgerscheune...

X: Ehemaliger Farrenstall

Früher: Scheune und Stall eines Privathauses, später der Farrenstall der Gemeinde.

Farrenstall 2006
Ehemaliger Farrenstall 2006

Als Farrenstall bezeichnet man in Baden-Württemberg ein Gebäude, in dem die gemeindeeigene Vatertierhaltung betrieben wurde. In vielen deutschsprachigen Bereichen wurde die Pflicht zur Vatertierhaltung den Gemeinden bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auferlegt. Teilweise kam man dieser Pflicht nach, indem man einzelne Bauern für die Haltung der Vatertiere entlohnte, meist setzte es sich aber mit der Zeit durch, ein gemeindeeigenes Gebäude zur Haltung der Vatertiere zu bauen.

Obwohl die gemeindliche Pflicht zur Vatertierhaltung erst zum 1. Januar 2000 wegfiel, setzte sich bereits seit den 1960er Jahren die künstliche Besamung immer weiter durch, so dass die meisten Farrenställe bereits vor 1980 ihre Funktion verloren und aufgegeben wurden. Die leerstehenden Gebäude, die meist Bestandteil der Gemeindetradition waren und dazu häufig unter Denkmalschutz standen, wurden oft umgebaut und anderen Zwecken zugeführt...
Quelle: Wikipedia

Umbau 2007
Planung Umbau Farrenstall 2007

Mit Gemeinderatsbeschluss vom 13. März 1970 wurde in Gottenheim die Farrenhaltung abgeschafft. Der leer stehende Stall mit der dazu gehörigen Scheune, wurde von der Gemeinde für Bauhof und Feuerwehr genutzt und später ein wenig umgebaut.

2007 hatten findige Bürgerinnen und Bürger die gute Idee, dieses Gebäude für die Allgemeinheit zu renovieren und für Treffen und sonstige Unterhaltungen zu nutzen. So wurden diese landwirtschaftlichen Räume in ehrenamtlicher Eigenleistung zu einer schönen Bürgerscheune umgebaut, in der sich heute einheimische aber auch auswärtige junge und alte Gäste wohlfühlen.

2015 wurden in der Bürgerscheune und im Foyer daneben (ehemalige Rathausscheune) die Fußböden erneuert und 2016 erhielt das Foyer ein neues und transparentes Eingangstor.

Heute: Veranstaltungsraum der Bürgergruppe Bürger-Scheune für diverse Kleinkunst.


Hier schließt sich unsere Historische Tour und wir sind wieder beim Rathaus, wo die Tour begonnen hat:

Ende Historische Tour Gottenheim

• Wie hat Ihnen unsere Tour gefallen?
• Haben Sie noch Ergänzungen/Fotos?
• Schreiben Sie doch eine kurze e-Mail


Z: Alter Kindergarten (optional)

Früher: Schwesternstation zur ärztl. Versorgung und von 1929 - 1975 katholischer Kindergarten.

Kindergartenkinder 1934
Kindergartenkinder 1934

1900 wurde mit der Stiftung der ledigen Maria Schmidle an den Kirchenfonds der Grundstein zum Bau eines Kindergartens gelegt: Sie übergab an der Hauptstraße 35 eine Hofreite mit darauf stehendem Wohnhaus, Scheuer und Stall, alles unter einem Dach und einen Garten mit 8,37 ar. Als man dann 1914 endlich mit dem Bau beginnen wollte, brach der erste Weltkrieg aus...

Nach dem Krieg übertrug der Kirchenfonds die für den Kindergarten vorgesehene Schenkung an den inzwischen gegründeten Elisabethenverein Gottenheim als Wohnung für zwei Krankenschwestern, die 1929 noch eine Schwester für die im Ausbau befindliche Kinderschule stellten. Dieser Verein war für die Unterhaltung des Kindergartens zuständig.

1951 war der Kindergarten bereits erneuerungsbedürftig, doch es sollte zum Leidwesen der Schwestern (Eusebia) fast 10 Jahre dauern, bis der Kindergarten ausgebaut und den hygienischen Vorschriften gemäß modernisiert wurde. Pfarrer Scholl bemühte sich mit viel Geduld um das nötige Geld für den Bau, der am Ende auf 65.000 Mark kam.

Doch Gottenheim wuchs von Jahr zu Jahr und die Kinderzahl mit, so dass der Neubau eines Kindergartens nun durch die politische Gemeinde beschlossen und 1975 in der Kaiserstuhlstraße 5, gegenüber der neuen Schule, mit 1,2 Millionen DM zur Ausführung kam.

Alter Kindergarten 2010
Alter Kindergarten St. Elisabeth 2010

2007 plante die Kirchengemeinde unter dem damaligen Pfarrer Wagner eine moderne Versammlungsstätte einzurichten. Dabei stand ein Abriss und Verkauf des bisherigen Gemeindehauses zur Debatte, um mit dem Geld eine neue bauliche Lösung in der Nähe der Kirche zu ermöglichen. Doch wegen der zentralen Lage des Gemeindehauses und nach dem klaren Votum einer Bürgerversammlung schwenkte man schließlich um und nahm das Wagnis einer Renovierung in Angriff.

2009 begannen die konkreten Bauplanungen, nachdem 50.000 Euro Spenden gesammelt wurden und die politische Gemeinde ihre Unterstützung zugesagt hatte. Dachstuhl und Decken wurden abgerissen und das Gebäude komplett erneuert. 2011 wurde schließlich der barrierefreie Veranstaltungssaal mit 120 Quadratmetern eingeweiht, der keine Zwischendecke mehr hat, sondern hell und offen ist bis unter den neu aufgerichteten Dachstuhl.

2016 plant der Gemeinderat den neuen, aber stark sanierungsbedürftigen Kindergarten in der Kaiserstuhlstraße abzureißen und einen neuen Kindergarten auf dem Bolzplatzgelände zu errichten.

Heute: Gemeindehaus St. Stephan der kath. Kirchengemeinde mit barrierefreiem Saal.


Nach 100 Metern kommen wir zum Rathaus zurück...

Zuletzt geändert 2. Apr. 2017 Kurt Hartenbach. Diese Seite: gottenheim.de> Geschichte> Tour> zhandy.php Lesemodus