Geschichte der Gottenheimer Pfarrer

Quellen: Dorfchronik 900 Jahre Gottenheim 1086-1986 und eigene Internet-Recherchen. Wird laufend ausgebaut...

Vor 1816 war die Pfarrei Gottenheim eine Filiale der Pfarrei Umkirch.

Umkirch und seine Kirche

Die Besiedlung der Umkircher Gemarkung durch die Römer ist seit 100 nach Christus nachgewiesen, denen die Alemannen folgten, welche 496 von den Franken unterworfen wurden. Der erste urkundliche Nachweis stammt aus einer Urkunde vom 5. Juni 1087. Dieses Schriftstück handelt von einem Tauschgeschäft zwischen den Bischöfen von Basel und der Abtei Cluny in Frankreich, bei dem es um das Kloster Sankt Ulrich im Hexental ging. In dieser Urkunde wird ein Humbert de „Untkilcha“ als einer der anwesenden Zeugen der Bischöfe erwähnt. Der vollständige Name der Siedlung war „Untkilcha“ ecclesia in undis (Kirche zwischen den Wellen). Der Siedlungsname ergab sich aus der dort vorhandenen Kirche die zwischen zwei Bachläufen lag. Zur Namensgebung: der Name setzt sich zusammen aus lateinisch undis für Welle und Kilicha welches aus dem althochdeutschen stammt und Kirche bedeutet. Der Ort entwickelte sich dann im Mittelalter zu einem Zentrum des Basler bischöflichen Besitzes im Breisgau.

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1691 Pfarrei Umkirch-Gottenheim 1836 zur Aufteilung Pfarrei Umkirch Website ehem. Seelsorgeeinheit Gottenheim 2003 - 2015
Quelle: Internet


Pfarrer von Umkirch und Gottenheim vor der Lostrennung:

1694 - 1696 Johann Baptist Mangold

1696 - 1716 Johann Theobald Herrgott (Gelehrter)

1717 - 1750 Johann Jakob Messmer

1783 - 1811 Alexander Blau (Licentiat)

1812 - 1828 Dr. Johan Leonhard Hug; Professor der der Theologie und Domkapitular

Vikare für Gottenheim vor der Lostrennung:

Vikar leitet sich vom lateinischen vicarius ab (Statthalter, Stellvertreter) und bezeichnet in den christlichen Kirchen eine Reihe von unterschiedlichen klerikalen Ämtern. Kaplan ist ein Priester mit einem extraterritorialen Seelsorgebereich für einen bestimmten Personenkreis, etwa in Krankenhäuser, Gefängnisse. Im deutschen Sprachraum wird damit meist ein Pfarrvikar bezeichnet, der in den ersten Jahren nach seiner Priesterweihe einem Pfarrer unterstellt ist und noch keine Alleinverantwortung für eine Pfarrei trägt.

1794 - 1797 Vikar Franz Xaver Mangold

1798 Vikar Franz Anton Kunzer

1798 - 1815 Vikar Alois Brentano

1816 Vikar Xaver Hunsch


Pfarrer von Gottenheim nach der Lostrennung von Umkirch:

Logo der Pfarrgemeinde St.Stephan

1817 Pfarrverweser J. G. Koch

1818 - 1821 Pfarrer Johan Nepomuk Ruprecht

1821 - 1822 Pfarrverweser Johann Vogelbacher

1822 - 1834 Pfarrer Bernhard Dischler

1834 - 1834 Pfarrverweser Martin

1836 - 1837 Pfarrverweser Albert Happersberger

1837 - 1848 Pfarrer Johann Nepomuk Müller

1849 - 1850 Pfarrverweser Josef Cardell

1851 - 1884 Pfarrer Johann Nepomuk Gschwandner

33 Jahre Pfarrer in Gottenheim. Feierte 1877 das goldene Priesterjubiläum. Ehrenbürger von Gottenheim.

Stiftete in den Kirchenfonds 6.879 Mark zur Verschönerung der Kirche & 13.958 Mark in den Kirchenbaufonds.

1884 - 1916 Pfarrer Dr. Joseph Anton Keller

* 1840 in Oberndorf bei Krautheim, Priesterweihe 1865, Schriftsteller, † 1916 in Gottenheim

Schrieb als Vikar in Breisach seine Doktorarbeit über Deutschlands Stromgebiete (Jena 1876). Sollte eigentlich Pfarrer in Breisach werden, wurde von der Regierung abgelehnt, weil er 1883 in Breisach den Gesellenverein gründete.

Ein sehr belesener und gottesfürchtiger Pfarrer, der viele Bücher geschrieben hat, so u.a. Die Hölle existiert - Erschütternde Tatsachenberichte, Hundert Höllen-Geschichten, Gottes Mühlen mahlen langsam Hundertneunzig lehrreiche und erbauliche Beispiele zum heiligen Sakrament der Priesterweihe und 320 Strafgerichte Gottes

1916 - 1917 versehen von Pfarrer August Huggle, Waltershofen

1917 - 1940 Pfarrer Carl Frey

War ein begabter Musiker. Von ihm gibt es viele Kompositionen zur Musica sacra, unter anderem die St.Stephans-Messe, dadurch hat er sich einen Platz in der Kirchenmusik unserer Zeit gesichert. Von ihm stammt auch das Gottenheimer Lied.

1940 - 1946 Pfarrer Dr. Heinrich Schneider

* 22.2. 1908 in Merkenfritz, † 23.4. 1994 in Mainz. Nach dem Abitur am Karl-Friedrich-Gymnasium studierte er von 1927 bis 1932 katholische Theologie in Freiburg i. Br., Innsbruck und St. Peter im Schwarzwald. Am 6. März 1932 wurde er in St. Peter von Weihbischof Wilhelm Burger (1880-1952) zum Priester der Erzdiözese Freiburg geweiht. Seine Primiz feierte Schneider in Mannheim-Seckenheim. Er arbeitete zunächst als Vikar an der Hofpfarrei in Bruchsal und ein halbes Jahr später an der Stephanskirche in Karlsruhe. 1933 wurde er zum weiteren Studium von der Seelsorgstätigkeit beurlaubt.

Am 24. Oktober 1935 promovierte er an der Universität Freiburg bei dem Alttestamentler Arthur Allgeier mit einer Arbeit über Die altlateinischen biblischen Cantica, einem Beitrag zur Geschichte des lateinischen Bibeltextes, zum Doktor der Theologie. Der Promotion folgten vier Jahre Arbeit am Päpstlichen Bibelinstitut in Rom unter der Leitung des Rektors Augustin Bea. Zeitweilig war er Vizerektor des Kollegs Santa Maria dell´ Anima. 1939 reichte Schneider an der theologischen Fakultät der Universität Freiburg seine Habilitationsschrift über Die biblischen Oden und die christliche Psalmodie bei den Griechen und Syriern ein. 1942 erwarb er dafür den Dr. habil. und wurde somit Privatdozent an der Universität Freiburg. 1940 übernahm Schneider als Pfarrverweser die Seelsorge in Gottenheim.

Schneider erlebte am 24. Februar 1945 die Zerstörung des Kirchenturms und des hinteren Kirchenschiffs.

1946 - 1947 Pfarrer Hermann Legler

Pfarrer Hermann Legler
Pfarrer Hermann Legler

Hermann Legler wurde als Sohn eines Lanz-Angestellten in Mannheim geboren und kam am 25. August 1933 als Kaplan nach Nußbach. Der dortige Pfarrer Müller berichtet über ihn, dass er es verstand, junge Leute in seinen Bann zu ziehen. Das Verhältnis zu Gemeindebehörden und Lehrern sei gespannt, weil er das Jungvolk entvölkere. Die katholischen Jugendvereine entfalteten sehr zum Ärger der teilweise nationalsozialistisch gesinnten Lehrer große Anziehungskraft. 1934 hielt Legler eine engagierte Predigt, die er unter das Motto stellte: Sie haben mich verfolgt, sie werden auch euch verfolgen. Nicht nur weil er die kirchenfeindliche Politik der Nazis brandmarkte, sondern auch weil sich der Ortsgruppenleiter Ludwig Busam persönlich angesprochen fühlte, wurde das Kultusministerium eingeschaltet. In der Winzerstube soll Legler bei der Weihnachtsfeier des KJMV Nußbach 1934 eine Hetzrede gehalten haben. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen mit den Lehrern Schirk und Seyfried. Schließlich wurde am 25 Oktober 1935 über Legler ein Ortsverweis ausgesprochen.

Auch als Pfarrverweser in Zell a. A. und Leutkirch zogen seine Predigten die Jugendlichen an. Wegen angeblicher Äußerungen gegen Führer und Partei wurde Legler am 11. September 1944 verhaftet und unter der Nummer 131310 ins KZ Dachau eingeliefert. Am 26. April 1945 konnte Legler auf dem Evakuierungsmarsch, der vielen Häftlingen das Leben kostete, entkommen.

Gesundheitlich angeschlagen wirkte er noch als Pfarrer in Gottenheim und Birkendorf. Legler war ein begeisterter Fotograf. Von ihm stammen viele historische Fotos aus Gottenheim, die z.T. in der Festschrift der WG Gottenheim reproduziert wurden. Kurz vor seinem Tod verlieh ihm 1984 Erzbischof Oskar Saier für seinen Bekennermut die Konradplakette, eine der höchsten kirchlichen Auszeichnungen.

1948 - 1966 Pfarrer Josef Scholl

Unter ihm wurde ab 1954 als die Finanzierungsfrage gelöst war der zerstörte Kirchturm einige Meter höher wieder aufgebaut und das Kirchenschiff um 6 m vergrößert.

1966 Vikar Gerhard Heck

1967 - 1979 Pfarrer Linus Saum

* 10.11.1930 Freiburg und † 23.02.1993 Mannheim

Unter ihm erfolgte sowohl die große Kirchenrenovation 1972 - 1974 als auch 1972 der Neubau des Kindergartens (in der Kaiserstuhlstraße) durch die politische Gemeinde.

1979 - 1991 Pfarrer Paul Dölken

Pfarrer Paul Dölken

Nach dem Studium in Freiburg, Paris und St. Peter wurde Paul Dölken am 23. Mai 1976 zum Priester geweiht. Vikarstellen nahm er in Breisach und in Überlingen wahr, dem sich Pfarreien in Gottenheim und Wasenweiler (1979-1991) anschlossen.

Unter ihm erfolgte der erste Umbau des alten Kindergartens zum Gemeindehaus der Pfarrgemeinde und die Altarraumrenovierung.

Nach Gottenheim wurde er Pfarrer in Karlsruhe-Daxlanden, wo er 18 Jahre später im Alter von 70 Jahren in den Ruhestand verabschiedet wurde.

1993 - 2003 Pfarrer Heinz-Josef Fensterer

Pfarrer Heinz-Josef Fensterer

Heinz-Josef Fensterer wurde in Bad Soden geboren, die Eltern zogen mit ihren sechs Kindern während des Krieges nach Freiburg. Nach dem Abitur studierte er in Freiburg und Münster Theologie. Am 9. Juni 1963 wurde im Freiburger Münster zum Priester geweiht. Von 1963 bis 1966 war er Vikar in St. Joseph in Singen und von 1966 bis 1970 Kaplan in St. Bonifatius, Emmendingen. Seine erste Pfarrstelle trat er 1970 bei St.Mauritius in Kippenheim an; danach war er Pfarrer in Gundelfingen.

1993 übernahm er St. Stephan in Gottenheim. Zitat: Hier will ich alt werden und in Pension gehen.

Ende 2003 musste er aber aus gesundheitlichen Gründen den liebgewordenen Platz in Gottenheim verlassen, um eine überschaubarere Aufgabe in Bad Bellingen zu übernehmen.

2003 - 2009 Pfarrer Artur Wagner

Pfarrer Artur Wagner

Der 1966 in Heidelberg geborene Artur Wagner stammt aus Sankt Leon-Rot und wurde 1994 in der Walldürner Wallfahrtsbasilika zum Priester geweiht. Er war während seiner Kaplansjahre in Offenburg, Karlsruhe und Kenzingen sowie als Pfarrer in Mannheim-Süd tätig.

2003 kam er nach Gottenheim, die große Aufgabe war der Aufbau der Seelsorgeeinheit Gottenheim, siehe Homepage-Abzug. Unter ihm wurde (nach Verkaufsüberlegungen zugunsten eines Pfarrhausschopf-Ausbaus in der Kirchstraße) schließlich doch der zweite Umbau des alten Kindergartens in das Gemeindehaus St.Stephan begonnen.

2009 verließ er Gottenheim, um Katholischer Militärseelsorger für Bundeswehrstandorte zu werden.

Pfarrer Markus Ramminger

2009 - 2015 Pfarrer Markus Ramminger

2009 kam Pfarrer Markus Ramminger nach Gottenheim. Am 15. Mai 2010 war seine Investitur.

Unter ihm wurde der Umbau des Gemeindehauses St.Stephan sowie des Pfarrhauses Gottenheim erfolgreich abgeschlossen.

Presseberichte: Einführung, Drei Fragen an..., Verabschiedung.

2015 verließ er aus gesundheitlichen Gründen Gottenheim, um Kooperator der Seelsorgeeinheit Donaueschingen zu werden.

Seit 2015 Kaplan Thomas Stahlberger

Kaplan Thomas Stahlberger

Kaplan Thomas Stahlberger, geboren 1983, stammt aus dem Murgtal, studierte bis 2015 Theologie und Psychologie und wurde 2012 von Erzbischof Robert Zollitsch zum Priester geweiht.

Er tritt in der neu zusammengefassten Seelsorgeeinheit March-Gottenheim unter Pfarrer Karlheinz Kläger nun seine erste Stelle als Kaplan an und wohnt im Pfarrhaus in Gottenheim.

Presseberichte: Einführung


Zuletzt geändert 26. May. 2017 Kurt Hartenbach. Diese Seite: gottenheim.de> Kirche> Geschichte> pfarrer.php Lesemodus