Geschichte des Kirchenchores Gottenheim
- Ausschlaggebend für die Entstehung des Kirchenchores war die Verfügung des Landamtes Freiburg von 1817, die Kirchenbediensteten zu bezahlen.
Im jenem Jahr kamen bereits sieben Chorknaben in den Genuß einer Vergütung:
Josef Anton Band, Georg Heinimann, Dominikus Streicher, Serafin Schwenninger, Erasmus Hunn, Leopold Schwenninger und Ferdinand Stöhr.
- Es dauerte nicht lange bis zum gemischten Chor. So werden bereits 1820/21 an 12 Chorsänger (6 Manns- und 6 Weibsbilder) je 30 Kreuzer ausgezahlt.
Als Chormitglieder werden 1825 genannt: Agathe Heß, Kathi Schätzle, Magdalena Band, Katharina Streicher, Maria Rapp und Katharina Hermann.
Lehrer Cardon und sein Provisor (Hilfslehrer) Brendlin, Michael Band, Josef Hunn, Mathias Wohleb und Stefan Spitzer.
- 1832 finden wir folgende Sängerinnen und Sänger:
Oberlehrer Leibes, Unterlehrer Bücheler, Eberhard Leibes, Martin Leibes, Kreszentia Hunn, Kordula Bernauer, Valeria Faller
Katharina Maurer, Katharina Band, Maria Eva Streicher, Leokadja Spitzer, Stephan Spitzerm Paul Heß jr. und Michael Band
- Diese Blütezeit des Kirchenchores änderte sich schlagartig. Einer der Gründe war sicher die Einstellung der hohen Beträge von jährlich rund 30 Gulden für die
Kirchenbediensteten. Die Ablösung des Zehnten und der dadurch bedingten Zahlungen in den 30er Jahren (1835) führte sogar zu Prozessen des Pfarrers Müller mit der Gemeinde (=Zehntpflichtiger).
- So sind plötzlich 1835-1838 nur noch als Chorsänger die Ministranten und 1838-1939 die Chorsängerinnen Magdalena Meier, Josefa Stahl, Rosa Selinger, Barbara Heß
und Karolina Band als Empfänger des Geldes vermerkt.
- Dieser an Zahl reduzierte Kirchenchor blieb nun bestehen, es gesellten sich aber mit der Zeit wieder Männer hinzu, so daß 1871 genannt werden: Organist und
Dirigent: Vital Geiger (Lehrer), Sängerinnen: Klementine Geiger, Agatha Hunn, Maria Anna Hunn, Maria Anna Siele, Stefanie Meier, Scholastika Wiloth,
Sänger: Max Grafmüller, Anton Hagios und Julius Hunn.
- Damals war ein Lehrer zugleich der Mesner und der Organist, der dafür 100 Gulden von der Gemeinde zu seinem Lehrergehalt dazu erhielt.
Erst 1886 wurde der Beruf des Mesners neu geschaffen, der nun nicht mehr vom Lehrer gestellt wurde.
- Durch den Bombenangriff 1945 auf die Pfarrkirche Gottenheim gingen viele alte Pfarrakten verloren, weswegen die Chorgeschichte nicht mehr nahtlos dargelegt werden kann.
- Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Herr Unterlehrer Deger in Gottenheim als Chorleiter tätig. Von 1922-1936 war Herr Hauptlehrer Schneider Organist und Chorleiter.
Danach Herr Henzler aus Waltershofen als Organist tätig.
- Von 1939-1945 ruhte die Tätigkeit des Chores fast völlig. Bei Seelenämtern für verstorbene und gefallene Gemeindemitglieder sangen einige Frauen die lateinischen Gesänge der Totenliturgie.
- Nach Kriegsende kam Herr Franz Gersbacher als Leiter der hiesigen Volksschule nach Gottenheim. Herr Gersbacher übernahm auch gleich das Amt des Organisten und Chorleiters und begann im Frühjahr 1946
mit dem Aufbau des Chores.
1948 wurde im Rahmen einer kirchenmusikalischen und in einer anschließeneden weltlichen Veransatltung der heute bestehende Cäcilienverein gegründet.
Herr Gersbacher hat sich um den Chor sehr verdient gemacht und er leitete in 22 Jahre lang.
- Von 1968 bis zu seinem Wegzug 1973 war Herr Bernhard Schmidle aus Gottenheim Organist und Chorleiter.
- Von 1973-1985 stand der Chor unter der Leitung von Rektor Spettnagel. Bis zu seinem Wegzug aus Gottenheim setzte sich Hr. Spettnagel voll für den Chor ein und leitete ihn zur Zufriedenheit aller.
- 1985 übernahem Herr Guido Sutter aus Umkirch die Leitung des Chores und am 16. Mai 1986 wurde dem Chor für über 100jähriges Bestehen die Palestrina-Medaille überreicht.
- Vorstände seit der Gründung des Cäcilienvereins: Josel Barleon, Franz Keller, Erich Spettnagel, Alfred Maier.
- Fortsetzung folgt...
Quelle: Die Dorfchronik 900 Jahre Gottenheim 1086-1986