Forsteinrichtungswerk 2011-2020 Gemeindewald Gottenheim

Oktober 2015: Eschentriebsterben macht dem Förster sorgen

Eschensterben

Recht erfreulich war das Betriebsergebnis 2014 für den Gottenheimer Gemeindewald, das Revierförster Martin Ehrler am 22. Oktober im Rahmen der öffentlichen Gemeinderatssitzung vorstellte. Denn im Jahr 2014 wurde im Gottenheimer Wald mehr Holz geschlagen als üblich und so konnte ein Überschuss erwirtschaftet werden. Diese Entwicklung wird sich aber nicht fortsetzen, wie der Revierförster anhand des Forstbetriebsplans 2016 darlegte, den er ebenfalls vor den Gemeinderäten und den Zuhörern erläuterte. Insbesondere das Eschentriebsterben werde künftig die Nutzungs- und Hiebspläne für den Wald maßgeblich beeinflussen, so Martin Ehrler. Der Befall im Gottenheimer Wald habe im feuchten Frühjahr und im heißen Sommer stark zugenommen. Dieses Wetter bedeute immer Stress für den Wald. Die Pilzkrankheit, die alle Eschen in der Region nach und nach befällt, werde auf lange Sicht dafür sorgen, dass es keine Eschen mehr in den Wäldern geben werde. Nach und nach müssten die Eschen durch andere geeignete heimische Baumarten wie etwa Eichen ersetzt werden, das sei nicht umsonst zu haben. Die befallenen Eschen müssten in den kommenden Jahren rechtzeitig gefällt werden, um noch etwas Geld aus dem Holzverkauf erlösen zu können. Im Gottenheimer Wald gibt es circa 35 Prozent Eschen, die im ganzen Wald verteilt seien.

Bürgermeister Christian Riesterer und die Gemeinderäte nahmen den Bericht des Försters interessiert zur Kenntnis und stimmten anschließend dem Betriebsergebnis 2014 und dem vorgelegten Forstbetriebsplan 2016 mit Nutzungs- und Hiebsplan einstimmig zu. Bürgermeister Christian Riesterer kommentierte den zu erwartenden Verlust im Wald in den kommenden Jahren mit den Worten, der Wald sei für die Gemeinde nicht unbedingt ein Faktor, der Gewinn abwerfen müsse, sondern habe vor allem für Bürger und Gäste einen großen Erholungswert. Ein gut gepflegter Wald sei nicht umsonst zu haben; er werte die landschaftliche Schönheit von Gottenheim aber erheblich auf.

Wie Revierförster Martin Ehrler berichtete, waren im Winter 2013/2014 insgesamt 2.028 Festmeter Holz geschlagen worden. Das war deutlich mehr als im Jahr 2011 für zehn Jahre beschlossenen Forsteinrichtungswerk vorgesehen, nach dem jährlich durchschnittlich 1.200 Festmeter Holz dem Wald entnommen werden sollen. In den Gewannen Nötig und Erlenschachen habe es aber Bereiche gegeben, die unbedingt bereinigt werden mussten. Darüber hinaus wurden kranke Bäume entfernt und das für 2013 vorgesehene Hackschnitzelholz sei teilweise erst 2014 erfasst worden, erklärte Ehrler die fast doppelt so große Menge an geschlagenem Holz, wie vorgesehen. In 2014 seien 0,7 Hektar im Ketsch bepflanzt und weitere 2,4 Hektar Kulturen gepflegt worden. Das Betriebsergebnis 2014 weist mit Einnahmen von 65.000 € schließlich deutlich mehr Gewinn aus, als erwartet.

Im laufenden Jahr 2015 seien bisher aber nur 1.319 Festmeter Holz geschlagen worden, auf 0,6 Hektar wurden neue Bäume gepflanzt und 2,4 Hektar Kulturen wurden dieses Jahr gepflegt. Für 2016 und die kommenden Jahre erwartet Revierförster Martin Ehrler ein Defizit, unter anderem durch die notwendigen Pflanzungen. Für 2016 sei auch eine geringere Holzentnahme vorgesehen, um im Zehnjahresschnitt die Vorgaben der Forsteinrichtung zu erreichen. So sollen 2016 circa 1.200 Festmeter gehauen werden; vor allem kranke Eschen sollen dabei entnommen werden. Geplant ist ein Holzeinschlag von 260 Festmetern Stammholz durch die Firma Keller, darunter 200 Festmeter Eschen. Darüber hinaus sollen 190 Festmeter Brennholz geschlagen werden. Für Flächenlose an Selbstwerber sind 2016 350 Festmeter vorgesehen und für Hackschnitzel 200 Festmeter, es verbleiben 200 Festmeter Derbholz. Im Anfang Oktober begonnenen Forstwirtschaftsjahr 2016 sollen 0,7 Hektar neu bepflanzt werden. Laut Forstbetriebsplan übersteigen die Ausgaben in Höhe von 46.100 € in 2016 die Einnahmen von 40.700 € um 5.400 €.

Text: Marianne Ambs

9. Mai 2010 Waldbegehung und Beschluss Forsteinrichtungswerk 2011-2020

Waldbegehung 2011-17
Waldbegehung 2011 (Anklicken vergrößert)

Gemeinsam mit Forstdirektor Hr. Stiefvater, Forstassistentin Fr. Binder, Forstrevierleiter Hr. Ehrler, Dr. Schäfer und Hr. Heubach vom RP Freiburg, Forstdirektion beging der Gemeinderat zusammen mit den zuständigen Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung zwecks Forsteinrichtung 2011-2020 den Gottenheimer Gemeindewald. Presse: Rebland-Kurier.

Beispielhaft erläuterte Fr. Binder vor Ort die Entwicklung, den Status und die zukünftigen Handlungsbedarfe im Gemeindewald. Auch alle Fragen der Gemeinderäte wurden ausführlich beantwortet, so dass sich jedermann ein klares Bild machen konnte.

In der anschließenden Gemeinderatssitzung wurden die Pläne und das zugehörige Zahlenwerk nochmals vorgestellt (s.u.).
So beschloß der Gemeinderat einstimmig das vorgeschlagene Forsteinrichtungswerk für die Jahre 2011 bis 2020.

Forsteinrichtung 2011, das Betriebsgutachten Gemeindewald Gottenheim und zugehöriges PEFC-Zertifikat

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Alle Bilder: Kurt Hartenbach


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