Hochwassserschutz in Gottenheim

17. Nov. 2014: Informationen zum Hochwasserschutz im Gemeinderat

Hochwasserkarte
Hochwasserkarte

Hochwasserschutz ist kein attraktives Thema: Schutzmaßnahmen sind kostspielig und der Nutzen scheint vielen Bürgern solange fraglich, bis das Hochwassser kommt. In der Gemeinderatssitzung vom 17. 11. 2014 stellte Lutz Krause vom Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald die Hochwassergefahrenkarte für Gottenheim vor. Danach informierte Diplom-Hydrologe Hans-Peter Neff vom Ingenieurbüro Ernst und Co. über Maßnahmen für einen besseren Hochwasserschutz, insbesondere für das Wohngebiet Au.

Für Gottenheim liegt die Hochwassergefahrenkarte seit März 2014 vor. Die Gefahrenkarte zeigt,wie sich die Hochwassergefahr für Gottenheim bei einem Hochwasser, wie es alle 10 Jahre, alle 50 Jahre und alle 100 Jahre auftritt, auswirken würde. Auch die Gefahren eines extremen Hochwasserereignisses in Gottenheim werden dargestellt. Dabei handelt es sich nicht um Hochwasser durch Starkregen, wie es etwa bei Gewittern vorkommt, sondern um Hochwasserereignisse, die durch Vollaufen und die Überschwemmung von Bächen und Flüssen zustande kommen.

Bei der Ausweisung von Baugebieten und bei der Bebauung von Grundstücken werden die Hochwassergefahrtenkarte und die Hochwasserrisikokarte künftig zugrunde gelegt. Von Überschwemmung bedrohte Flächen können so zum Beispiel nur mit Einschränkungen bebaut beziehungsweise es müssen Ausgleichsmaßnahmen erbracht werden. Ohne Hochwasserschutz werde hier sogar ein Bauverbot ausgesprochen, so Krause auf der Sitzung. Umso wichtiger sei es, betonte Bürgermeister Christian Riesterer, zügig sinnvolle Maßnahmen zum Hochwasserschutz in Angriff zu nehmen.

Besonders betroffen von einer Hochwassergefahr ist das Wohngebiet Au. Schon bei einem 10-jährigen und bei einem 50-jährigen Hochwasser würden insbesondere im Bereich zwischen der Umkircher Straße, der Buchheimer Straße, der Austraße und der Bahnlinie Straßen und Grundstücke überflutet. Um die Situation in der Au zu entschärfen sind verschiedene Maßnahmen zum Hochwasserschutz möglich, die Hans-Peter Neff vom Freiburger Ingenieurbüro Ernst und Co. im Gemeinderat erläuterte.

Das Büro Ernst und Co. hatte im Auftrag der Stadt Freiburg und des Entwässerungsverbandes Moos eine Flussgebietsuntersuchung vorgenommen und dabei auch Vorschläge zur Optimierung des Hochwasserschutzes in Gottenheim erarbeitet. Erste grobe Kostenschätzungen für diese Maßnahmen hatte der Hydrologe mitgebracht. Für Gottenheim sei es wichtig, auf der Grundlage der Hochwassergefahrenkarte, Notfallpläne für Hochwasserereignisse zu erarbeiten, betont dazu Bürgermeister Christian Riesterer. Noch wichtiger sei aber die Vorsorge durch Hochwasserschutz. Wir müssen uns überlegen, welche Maßnahmen gemacht werden müssen und diese zügig umsetzen, so der Bürgermeister, der mit Kosten von circa 150.000 Euro rechnet. Schon in den Haushalt 2015 soll Geld für den Hochwasserschutz eingestellt werden. Insbesondere im Zuge des Rückbaus der Umkircher Straße könnten erste Maßnahmen zum Schutz der Au in Angriff genommen werden.

Text: Marianne Ambs

Tipp Hochwasserschutz-Präsentation von Herrn Neff (Quelle: BIT Ingenieure AG, vormals Ernst & Co)

Strategie zur Minderung von Hochwasserrisiken (Quelle: Hochwasserschutz Baden-Württemberg)

Hochwasserschutzfibel Bund


Übersicht: Hochwasserschutz-Maßnahmen

Die Flutmulde verhindert bei extremen Hochwasser die Überflutung der tieferen Wohnlagen (Hochwasser 1983).

Plan1 (Mühlbach - Umkircherstr.) und Plan2 (Umkircherstr. - Brandbach). Die Mulde ist auch ein sehr großes Feuchtbiotop, das regelmäßig gepflegt werden muß, damit es nicht zuwächst.

Hochwassersimulationen aus dem Gutachten der Fa. ERNST+CO Beratende Ingenieure GmbH:
Simulation mit Flutmulde (8 MB) und mit zus. Rückhaltebecken der Oberlieger (12 MB).

Tipp Hochwasserkarte Gottenheim erlaubt bei max. Zoom Datenabfrage mittels (i)-Funktion für Grundstücke.

GEP-Maßnahmen: Entlastung Hebewerk, Umleitung Oberflächenwasser Rebberg ins Rückhaltebecken:

Tipp: Zur Vergrößerung Miniaturbild anklicken. Anklicken der Vergrößerung springt zurück...
Stellfalle für Flutmulde Flutmulde zum Hochwasserschutz Rückhaltebecken Plan Rückhaltebecken Live Hochwasserkarte Überlaufbauwerk Brandbach Wasser-Umleitung im Rebberg
Bilder: Andreas Schupp und Kurt Hartenbach


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