Unvergessene Gewanne im Gottenheimer Rebberg

Wandbild der Tuniberg-Nordspitze mit den alten Gewannnamen

1993 beim Bau seines Wohnhauses in der Tunibergstraße 13, am Beginn des Tuniberg-Höhenweg gelegen, hat sich Kurt Hartenbach Gedanken gemacht, wie man die vielen alten Gewannnamen (insbesondere vor der Flurbereinigung 1965) im Gedächtnis der Gottenheimer Bevölkerung halten und die Besucher der Reblandschaft mit einer Orientierungskarte anschaulich informieren kann.

So entstand die Idee auf der Außenwand der Garage zur Straße hin ein etwas anderes Wandbild zu gestalten: Eine topographische Karte der Nordspitze des Tunibergs mit je nach Höhenlage farbig abgestuften Flächen und den alten Gewannnamen.

1998 wurde ausgehend von zwei (der Blattschnitt läuft mitten durch den Rebberg) Deutschen Grundkarten im Maßstab 1:5000 des ehem. Landesvermessungsamtes, Zweigstelle Freiburg, sorgfältig eine Originalvorlage zusammengeklebt und zu Arbeitsvorlagen ins A0-Format vergrößert. Diese wurde gemäß Höhenlinien farbig ausgemalt und die Karte so gedreht, dass eine für den davor stehenden Betrachter orientierungsgerechte und maximal große Darstellung der Nordspitze für die 6 m lange Wand entstand.

1999 wurde mit der Fa. Werbe-Kubeit ein aufgeschlossener Grafiker gefunden, der diese Vorlage zunächst auf dem Boden mit einem Pantograph (Storchschnabel) maßstäblich auf Packpapier übertrug und die vielen Linien mit Rollrädchen nachfuhr und perforierte, sodass diese durch Tupfen auf dem Packpapier auf die weiß verputzte Garagenwand übertragen wurden.

Das Ausmalen der 15 qm großen Wand mit höhenbezogenen Farbtönen, Häusern und Straßen, die immer wieder mit der A0-Vorlage abgeglichen werden mussten, erforderte zwei Tage konzentrierter Arbeit, bis schließlich die Gewannnamen, Höhenangaben, Standort, Windrose und Anderes (z.B. gepunktet: Radrennstrecke des ehem. RSV Gottenheim; die Rebhislitour der WG entstand erst 2004) aufgemalt waren. Ergebnis: Oft halten Radfahrer und bleiben Wanderer stehen, um die Karte zu studieren und sich zu orientieren...

2015 Pressebericht Badische Zeitung: Linien und Symbole statt Rebe oder Reh (Hingucker: Garagenwand mit Tunibergkarte)

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Deutsche Grundkarte 1:5000 DIN A0-Vorlage gedreht mit Höhenfarben Übertragen der Linien auf die Wand Auftragen der Farbebenen Ansicht im Jahr 2015
Alle Bilder: Kurt Hartenbach


20 Gedenksteine mit den Gewannnamen

Lage Gewannsteine
Lage der Gedenksteine

20 Gedenksteine unserer Gewanne im Gottenheimer Rebberg, Umfeld und Portrait.
© Projektidee, Fotos und Zusammenstellung: Monika Bethke-Bühler, Gottenheim.

Die Gedenksteine erinnern an die durch Flurneuordnung 1965 teilweise unwiederbringlich untergangenen alten Gewannnamen und die Geschichte unserer Jahrtausend alten Kulturlandschaft.
Tipp: Erklärung zur Entstehung und Bedeutung von Flurnamen/Gewannen.

Auf der roten Liste: Bestenrain, Bächerer, Bennenreben, Brudershahlen, Bucheltal, Bückle, Heitersgrab, Hölderle, Kratzberg, Längeltal, Langacker, Nistel, Nussbaumtal, Pfiffer, Pfutteltal, Rotenerden, Stiedler, Vogelsang, Weingarten und Wölfle.

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Bestenrain Bestenrain Bächerer Bächerer Bennenreben Bennenreben Brudershahlen Brudershahlen Bucheltal Bucheltal Bückle Bückle Heitersgrab Heitersgrab Hölderle Hölderle Kratzberg Kratzberg Längeltal Längeltal Langacker Langacker Nistel Nistel Nussbaumtal Nussbaumtal Pfiffer Pfiffer Pfutteltal Pfutteltal Rotenerden Rotenerden Stiedler Stiedler Vogelsang Vogelsang Weingarten Weingarten Wölfle Wölfle
Alle Bilder: Monika Bethke-Bühler


Übersichtskarte Gottenheimer Rebberg

Quelle: Landesanstalten LUBW, LGL

Lage der Gewanne (Karte: LUBW)
Zuletzt geändert 12. Aug. 2017 Kurt Hartenbach. Diese Seite: gottenheim.de> Winzergenossenschaft> Gewanne Lesemodus