05.11.2026 Forstbetriebsplan 2027 verabschiedet
Waldfest mit Holzversteigerung am 14. November
In der Gemeinderatssitzung im Oktober wurde von Revierförster Martin Ehrler das Betriebsergebnis für den Wald im Jahr 2025 vorgestellt und vom Gemeinderat beschlossen. Zudem stimmte der Gemeinderat dem Forstbetriebsplan 2027 für den Gemeindewald zu.
Der Revierförster berichtete auch von den betrieblichen Vorgängen in diesem Jahr und stellte den Nachhaltigkeitsbericht für 2025 und den Nachhaltigkeitsplan für 2027 vor. Diese seien besonders interessant, befand Bürgermeister Christian Riesterer, weil die Nachhaltigkeitsberichte nicht nur die finanzielle Seite für den Gemeindewald, sondern auch die ökologischen Funktionen und den Wert des Waldes als Naherholungsgebiet abbilden würden.
Die traditionelle Holzversteigerung mit Waldfest findet am Samstag, 14. November, ab 10 Uhr am Waldfestplatz im statt.
Wie der Förster berichtete, wurde 2025 im Gemeindewald vor allem wegen kranker Eschen mehr Holz eingeschlagen, wie geplant und damit rund 63.000 € erlöst. Die Ausgaben für die Holzernte, die Kulturpflege, Neuanpflanzungen, Wegeunterhaltung, Verwaltung und weiteres lagen bei rund 84.000 €. Damit wurden 2025 im Wald mit einem € Aufwand noch 0,80 € erwirtschaftet. Das geplante Defizit von 30.000 € wurde verringert, es lag im vergangenen Jahr auch wegen hoher Holzerlöse bei knapp 21.000 €.
Im Nachhaltigkeitsbericht für 2025, der dieses Jahr zum zweiten Mal den Bericht zum Betriebsergebnis ergänzte, sprach Martin Ehrler vom Nutzen des Waldes für den Klimaschutz. Die Verwendung von Brennholz könne Erdöl ersetzen und so CO2 einsparen. Die durch den jährlichen Holzzuwachs im Gottenheimer Wald gespeicherten CO2-Äquivalente werden 2025 auf 921 Tonnen beziffert.
Für 2027 hat der Revierförster einen Erlös aus der Holzernte von 64.300 € geplant, die Ausgaben für die Holzernte, Bestandspflege, Kulturen und weiteres sollen nach Plan bei 96.300 € liegen, das Defizit im Betriebsergebnis für den Gemeindewald bei 32.000 €.
Im laufenden Jahr, berichtete Martin Ehrler, habe die extreme Trockenheit und Hitze dem Wald sehr zugesetzt. Viele Bäume seien geschädigt oder schon abgestorben, auch Neuanpflanzungen hätten die Trockenheit teilweise nicht überlebt. Das Ausmaß der Schäden sei aber noch nicht anzusehen, da sich manche Bäume wieder erholen könnten. Für Laubbäume gebe es nach Trockenheit eine gute Prognose, wie 2003 als geschädigte Bäume sich nach der Trockenheit wieder erholt hätten. Abgesehen von den Auswirkungen der Trockenheit sei 2026 planmäßig verlaufen.
Nach der planmäßigen Zwischenrevision zur Forsteinrichtung im Jahr 2020 sei eine neue Richtlinie herausgegeben worden, die dem Klimawandel Rechnung trage. Diese sehe unter anderem eine kräftigere Durchforstung vor, um den Bäumen mehr Raum zu geben. Diese könnten sich dann besser entwickeln und dicker werden, um so den klimatischen Veränderungen standzuhalten. Zudem setze man bei Neuanpflanzungen auf Baumarten wie Stieleiche, Spitzahorn, Ulme oder Kirsche, die mit dem Klimawandel recht gut umgehen könnten.
Die Schutzfunktionen des Waldes, etwa Schatten und Abkühlung, würden in Gottenheim erfüllt, so Ehrler. Er versuche bei der Betriebsplanung einen Kompromiss zwischen Wirtschaftlichkeit und Waldfunktionen, das gelinge zumeist recht gut.
Bürgermeister Christian Riesterer sagte, der 2024 neu eingeführte Nachhaltigkeitsbericht mache die wichtigen Funktionen des Waldes deutlich, zu denen auch die Naherholung, insbesondere in heißen Sommern gehöre. Deshalb habe man einen kühlen Pfad
in Abstimmung mit dem Förster ausgewiesen, der nun auch beschildert sei. Spätestens im Sommer 2027 könne dieser für viele Gottenheimer Schatten und damit Erholung bei großer Hitze spenden.