Zur StartseiteSucheingabe  gottenheim.de

28.04.2026 Wasserversorgung der Zukunft?

Wie soll die Wasserversorgung der Zukunft in Gottenheim aussehen?

Gemeinsam mit den Gemeinden Bötzingen, Eichstetten, March und Umkirch gibt Gottenheim ein Strukturgutachten zur Wasserversorgung in Auftrag. Die Federführung hat die Gemeinde Eichstetten.

Der Gemeinderat stimmte in seiner Sitzung am 25. März, wie zuvor schon die Ratsgremien der anderen Gemeinden, für die Vergabe an ein geeignetes Ingenieurbüro. Die Kosten für das Gutachten sollen bei höchstens insgesamt 95.000 Euro brutto liegen. Fördergelder werden gemeinsam beantragt.

Der Gemeinderat beauftragte außerdem Bürgermeister Christian Riesterer eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung für das gemeinsame Gutachten mit den weiteren beteiligten Gemeinden abzuschließen.

„Nicht nur Gottenheim, auch unsere Nachbargemeinden haben Probleme mit der Wasserversorgung“, sagte BM Riesterer in der Sitzung in Gottenheim. Es sei schwierig einen Wassermeister zu bekommen, die Wassergewinnung sei teuer und anspruchsvoll. Deshalb sei es geboten, mit anderen Gemeinden über eine gemeinsame Strategie bei der Wassergewinnung nachzudenken; vielleicht auch einen gemeinsamen Zweckverband zu gründen.

Ob und mit welchen Nachbargemeinden eine Zusammenarbeit sinnvoll sein könnte, soll das Strukturgutachten erarbeiten. Es gehe um die langfristige Sicherstellung der Wasserversorgung für Gottenheim und seine Bürger, so Riesterer.

In den vergangenen Jahren gab es – nicht nur im Sommer – immer häufiger längere Trockenperioden in Baden-Württemberg. Das Land hat darauf mit einem „Masterplan Wasser“ reagiert. Dieser stellt landesweit das aktuelle Wasserangebot (also die Menge an Grund- und Oberflächenwasser, die in einer Region langfristig aus dem natürlichen Kreislauf für die Nutzung zur Verfügung steht) im Bezugsjahr 2020 dar und enthält zudem eine Prognose der Wasserversorgungssituation bis zum Jahr 2050.

Die Ergebnisse dieses Masterplans wurden im Mai 2024 vorgestellt. Im Bereich des Östlichen Kaiserstuhls, also in den Gemeinden Bötzingen, Eichstetten, Gottenheim, March und Umkirch, sei die Wasserversorgung bei mittlerem Wasserbedarf derzeit gesichert, so das Ergebnis des Masterplans, und bleibe voraussichtlich auch im Jahr 2050 gewährleistet. Bei der Redundanz der Wasserversorgung (einem zweiten Standbein etwa beim Ausfall eines Tiefbrunnens) gebe es aber bereits jetzt in einzelnen Gemeinden Defizite. Bis 2050 sei davon auszugehen, dass alle Gemeinden bei zweiten Standbeinen Probleme bekommen.

Im Juli 2025 nahmen die Gemeinderäte der fünf Gemeinden an einer Informationsveranstaltung in Buchheim teil. Die Sicherstellung der Wasserversorgung und deren Redundanz liege grundsätzlich in der Verantwortung jeder einzelnen Gemeinde, so ein Ergebnis der Veranstaltung. Zugleich wurde die Möglichkeit aufgezeigt, durch eine gemeinsame Wasserversorgung im östlichen Kaiserstuhl bis zum Jahr 2050 eine nachhaltige Versorgung für alle zu gewährleisten.

Als Grundlage für weitere Entscheidungen und für die Beantragung von Fördermitteln sei ein Strukturgutachten mit einer detaillierten Bestandsaufnahme aller Anlagen, Ressourcen, Verteilungsnetze und der bestehenden Wasserschutzgebiete der fünf Gemeinden notwendig.

Die Förderung des gemeinsamen Strukturgutachtens zu 50 Prozent wollen die Gemeinden gemeinsam beantragen. An den Kosten des Strukturgutachtens beteiligt sich jede Gemeinde mit je einem Fünftel, so dass der Anteil pro Gemeinde jeweils etwa 8.000 bis 9.500 Euro beträgt. Das Strukturgutachten soll im zweiten Quartal 2027 vorliegen. Danach wird in den Ratsgremien der fünf Gemeinden über weitere Schritte beraten.


Zuletzt geändert am 04.07.2026 von Kurt Hartenbach