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Historische Tour Gottenheim

© BE Ortsgeschichte und Kurt Hartenbach

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G: Ehemalige Zigarrenfabrik

Früher: Zigarrenfabrik der Firma Schneider aus Hugstetten; später Studentenwohnheim.

Von 1880 bis 1960 in den besten Zeiten des Tabakanbaus in Gottenheim gab es auch drei Zigarrenfabriken im Ort:

1920er Zigarrenfabrik Schneider
1920er Belegschaft Zigarrenfabrik Fa.Schneider
  1. Zigarrenfabrik Steyert (ehemals das Gasthaus Sternen, Kirchstr.2)
  2. kleinere Zigarrenfabrik der Familie Robert Kleeb (später Oskar Isele, der nach Einheirat die Firma unter seinem Namen weiterführte)
  3. Zigarrenfabrik Carl Schneider (s. Fotos) aus Hugstetten, die um 1900 eine Filiale in Gottenheim, Ecke Bahnhofstraße / Schulstraße, gründete. Diese beschäftigte zeitweise über 60 Mitarbeitende, s.u. Foto.
    Gemälde von H. Vögtlin: Zigarrenfabrik, Güterhalle, Eiffelturm, Bahnhof

Nach dem zweiten Weltkrieg war der Zenit des Tabakanbaus überschritten. Die EWG-Verträge führten zum Abbau von Schutzzöllen für den heimischen Tabakanbau.

1955 Belegschaft der Fa. Schneider
1955 Die Belegschaft der Firma Schneider

Ab 1959 trat zudem die Blauschimmelkrankheit stark auf - die dagegen erforderlichen Spritzungen waren schwierig und arbeitsaufwendig. So kam der Tabakanbau immer mehr zum Erliegen. Ein starker Konsumrückgang bei Zigarren und Stumpen verstärkte den Niedergang. So mussten letztlich alle drei Betriebe ihre Fabrikation einstellen.

Das leer stehende Gebäude der Firma Schneider in der Schulstraße wurde später von der Gemeinde Gottenheim übernommen, zunächst zu einem Studentenwohnheim umgestaltet, kurzfristig als Kindergarten und schließlich für Sozialwohnungen genutzt.

1984 wurde das große Gebäude mangels Rentabilität und eines hohen Sanierungsbedarfs schließlich abgerissen.

Seither diente das Gelände als Freifläche für Musikhocks (1999 Musikhock mit Blasmusik Texas), Fasnetveranstaltungen (im Zirkuszelt!) und als Bolzplatz für Kinder und Jugendliche.

Um 1986 geräumtes Areal
Das geräumte Areal um 1986

Lange Zeit war die große Fläche für den Bau einer Mehrzweckhalle vorgesehen und überplant, aber für den Bau einer Halle fehlte im entscheidenden Moment immer das notwendige Geld...

2016 beschloss der Gemeinderat auf dem Bolzplatz den neuen Kindergarten in zweigeschossiger Bauweise zu errichten.

2019 wurde für 4,3 Mio € ein neues Kindergartengebäude mit Außenanlagen und Multifunktionsplatz sowie Parkplätzen als kleiner sogenannter Campus zur Grundschule hin im Zeit- und Kostenrahmen fertig gestellt und bezogen.

Heute: Zweigeschossiger Kindergarten mit Multifunktionsplatz für Sport sowie Campus für Veranstaltungen.


Wir gehen die Schulstraße weiter, rechts, hinten beim Campus, sehen wir ein älteres Haus...

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Zuletzt geändert am 17.07.2026 von Kurt Hartenbach