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13.03.2026 „Stille Pause“ @GS

Schulsozialarbeit: in der „Stillen Pause“ kommen Kinder zur Ruhe

In den Unterrichtsstunden lernen die Kinder zumeist konzentriert und ruhig, doch in den Pausen wird es im Schulgebäude oft laut und hektisch. Auf dem Schulhof wird gelacht und gespielt, auch mal gestritten. Auch im Sportunterricht und bei der Gruppenarbeit ist der Geräuschpegel in der Schule oft hoch. Vielen Kindern macht das nichts aus, für andere ist die Lautstärke eine Belastung. Sie sehnen sich nach mehr Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten.

In der Gottenheimer Grundschule gibt es seit Januar deshalb für Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, im Raum von Schulsozialarbeiterin Ann-Kathrin Brings während der 20-minütigen Hofpause eine „Stille Pause“ zu verbringen. Je zwei Kinder pro Klasse werden einmal in der Woche, immer dienstags, ausgelost und können bei der Schulsozialarbeiterin die große Pause in Stille verbringen. „Die Kinder können selbst entscheiden, ob sie zu mir kommen wollen. Meistens wollen ein bis zwei Kinder lieber draußen spielen. Das ist in Ordnung“, so die Schulsozialarbeiterin vom Christophorus Jugendwerk in Oberrimsingen von den Erfahrungen in den ersten Wochen.

Die Kinder erklären warum sie die „Stille Pause“ gut finden:

„Bei Frau Brings ist es immer schön, sie hat viel Geduld. Ihre Ideen waren bisher alle toll. Ich wollte dabei sein, weil ich dachte, dass es cool wird. In der Pause ist es mir oft viel zu laut. In der stillen Pause konnte ich in Ruhe lesen“, so einige Aussagen von (auf dem Foto von links) Sophie, Lina, Matteo, Nora, Hannah, Philipp, Theresa und Paul, die bei einem Treffen im Büro der Schulsozialarbeiterin von ihren Eindrücken berichten:

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Eingeführt wurde die „Stille Pause“ mit Unterstützung des Gottenheimer Schulfördervereins. Auch der Impuls für einen ruhigen Rückzugsort in der Schule ging vom Team des Fördervereins aus. „Eigentlich hatten wir an einen stillen Raum gedacht“, sagt Sabrina Schmidle, 2. Vorsitzende des Schulfördervereins. Die Anregung und der Hinweis auf eine Fortbildung wurde an die Schulsozialarbeiterin herangetragen, Ann-Kathrin Brings nahm die Idee auf, meldete sich zu einer kostenlosen Online-Fortbildung an und entwickelte das Konzept der „Stillen Pause“.

„Für uns war die Schaffung eines stillen Rückzugsraums in der Schule ein Herzensprojekt. Wie freuen uns, dass Frau Brings dieses Projekt daraus entwickelt hat“, so Sabrina Schmidle. Der Förderverein habe die Schulsozialarbeiterin zudem finanziell unterstützt: Eine Musikbox wurde mit Mitteln des Vereins angeschafft und Spielmaterial. Und auch das Lehrerteam an der Grundschule erkannte den Bedarf und unterstützte das Projekt.

Vor der großen Pause finden sich die Kinder mit ihrer Eintrittskarte beim Büro der Schulsozialarbeiterin ein. „An der Tür ziehen die Kinder die Schuhe aus, werden still. Dann geht es durch den Vorhang der Stille in den Raum“, erzählt Ann-Kathrin Brings vom Ablauf. Einmal im Raum wird nur noch ganz leise gesprochen. Nach einer kurzen Meditation im Sitzkreis können die Kinder malen, Mandalas legen, mit Glasnuggets kreativ sein, lesen oder auf dem Sofa ausruhen und kuscheln. Zudem gibt es die Möglichkeit an einem großen gemeinsamen Bild weiter zu malen. Im Hintergrund läuft leise Musik, auch um die Geräusche von draußen auszuschließen.

„Die Kinder haben ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Aber alle kommen in der stillen Pause zur Ruhe, entspannen sich. Es ist wie ein kleiner Urlaub im Schulalltag“, hat die Schulsozialarbeiterin beobachtet. Zum Ende der Pause kommen alle Kinder wieder zusammen. „Dann frage ich die Kinder nach ihren Empfindungen“, so die Schulsozialarbeitern. „Auch, um neue Impulse für die stille Pause zu bekommen.“

In der stillen Pause bleibe es fast immer ruhig. „Die Kinder erinnern sich gegenseitig an die Regeln, wenn ein Kind etwas lauter wird“, hat die Schulsozialarbeiterin beobachtet. Nach der Pause seien die Mädchen und Jungen entspannter und ausgeruht. Viele Kinder hätten den Wunsch geäußert, dass die stille Pause länger dauere.

Ihr sei es besonders wichtig, dass das Angebot in ihrem Raum stattfinde. „Die Kinder entwickeln so ein positives Gefühl für die Umgebung und das stärkt die Beziehung zu mir und meiner Arbeit als Schulsozialarbeiterin.“


Zuletzt geändert am 04.07.2026 von Kurt Hartenbach