Schulsozialarbeit Gottenheim
Zweite Streitschlichter-Ausbildung
2026 Zwei neue Streitschlichtergruppen in der Grundschule Gottenheim
Mit der Übergabe einer Ernennungs-Urkunde durch Schulleiterin Judith Rempe haben die neuen Streitschlichterinnen und Streitschlichter an der Grundschule Gottenheim kürzlich ihre Ausbildung beendet.

Nun sind die Mädchen und Jungen, die an der Streitschlichter-AG von Schulsozialarbeiterin Ann-Kathrin Brings teilgenommen haben, im Schulhof und in der Schule unterwegs, schauen hin, kümmern sich um Kinder, die Streit haben und sind Ansprechpartner für Schülerinnen und Schüler, die ihre Konflikte nicht alleine lösen können.
33 Streitschlichter sind aktuell an der Grundschule aktiv. Ein Einsatzplan regelt, welche Kinder jeweils an der Reihe sind. Die Streitschlichter sind durch Westen zu erkennen; um Streit zu schlichten, wurde extra eine ruhige Ecke, in die sich die Kinder mit den Streitschlichtern zurückziehen können, eingerichtet.
Alle Streitschlichter haben einen Erzählstein dabei, den jeweils der bekommt, der mit dem Sprechen an der Reihe ist. Was in der Streitschlichter-Ecke gesprochen wird, unterliegt der Schweigepflicht.
Die Streitschlichter-Ausbildung an der Grundschule in Gottenheim fand zum zweiten Mal statt. Schulsozialarbeiterin Ann-Kathrin Brings vom Campus-Christophorus-Jugendwerk Oberrimsingen hatte im vergangenen Jahr erstmals Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klasse zu Streitschlichtern ausgebildet; nun war die neue dritte Klasse an der Reihe.
Mila, Jakob, Finnian (alle 9 Jahre alt) und Nico (10) berichten im Raum der Schulsozialarbeiterin von der Ausbildung und ihren ersten Erlebnissen als Streitschlichter auf dem Pausenhof. Sie hätten die Streitschlichter aus den höheren Klassen gesehen und bemerkt, wie diese Konflikte lösen konnten, so die neuen StreitschlichterInnen, die immer zu zweit auf dem Pausenhof unterwegs sind.

Nico berichtet, viele seiner Freunde hätten sich zur AG angemeldet. Da wollte ich auch dabei sein.
Das Lösen der Konflikte findet in vier Phasen statt, die von den Kindern während der Streitschlichter-Ausbildung eingeübt wurden. Bei einem Konflikt erklären die Streitschlichter zunächst die Regeln einer Schlichtung.
Es redet immer nur einer, die anderen hören zu. Am Anfang der Schlichtung stehen die Fragen Was ist passiert und wie hast du dich dabei gefühlt?
Dann wird nach einer gemeinsamen Lösung gesucht.
Im Idealfall steht am Ende der Schlichtung eine Versöhnung. Wenn sie wollen, können sich die Streitenden entschuldigen und sich die Hand geben. Das sei aber kein Muss.
Die Schlichtung sei kein Gericht, so Finnian: Die Streitenden und nicht der Streitschlichter entscheidet, wie der Konflikt gelöst werden kann.
Oft gebe es Streit, wenn bei Freundschaften ein drittes Mädchen ins Spiel komme, berichtet Mila. Bei Jungs komme es oft beim Fußballspielen, beim Fangen spielen oder an der Tischtennisplatte zu Konflikten, hat Jakob beobachtet.
Mila findet, es gehe vor allem darum, zuzuhören, den Konflikt zu verstehen. Dann finden die Streitenden oft selbst eine Lösung.
Falls nicht, sagt Jakob, könne er als Streitschlichter Hinweise geben, wie die streitenden Kinder
es besser machen könnten.
Können die Streitschlichter den Konflikt nicht selbst lösen, gibt es die Möglichkeit, die Lehrer oder die Schulsozialarbeiterin um Hilfe zu bitten.
Das kommt aber selten vor
, freut sich Ann-Kathrin Brings. Wichtig sei es, dass die Kinder sich auf Augenhöhe begegnen. Es gehe nicht um Bestrafung, sondern darum, gemeinsam Lösungen zu finden.
Ann-Kathrin Brings macht die Schulsozialarbeit Gottenheim ab 2024/25
Seit Beginn des Schuljahres 2024/25 ist Ann-Kathrin Brings in der Grundschule Gottenheim als Schulsozialarbeiterin tätig.
Seit mehr als zehn Jahren ist Ann-Kathrin Brings beim Christophorus-Jugendwerk (s.u.) beschäftigt. In Gottenheim hat sie nach der Elternzeit ihre erste Stelle als Schulsozialarbeiterin angetreten.
Bei einem Besuch im Rathaus berichtete Ann-Kathrin Brings kürzlich Bürgermeister Christian Riesterer über ihre ersten Eindrücke und Erfahrungen in Gottenheim und informierte über ihre Tätigkeitsschwerpunkte in der Grundschule. In Gottenheim fühle sie sich sehr wohl, der Austausch mit Lehrerinnen und Lehrern, mit Eltern und mit der Gemeindeverwaltung sei vertrauensvoll.
Den Eltern hat sich die Schulsozialarbeiterin zu Anfang des Schuljahres in den Elternabenden der einzelnen Klassen vorgestellt. Regelmäßig nimmt sie an Besprechungen des Kollegiums teil. In der Grundschule sei sie unterstützend
tätig – als Ansprechpartnerin für Kinder, Lehrer und Eltern. Gottenheim ist ja eine kleine Schule. Da läuft auch viel in spontanen Gesprächen, wenn man sich im Schulgebäude trifft
, berichtete Ann-Kathrin Brings dem BM.
In ihrem Büro im ersten OG könnten Kinder bei Bedarf vorbeikommen, vor allem in den Pausen sei sie immer ansprechbar. Die Kinder kommen gerne. Manchmal wollen sie einfach nur reden, manchmal geht es auch um Mobbing oder um Konflikte
in der Klasse oder Freundeskreis.
In der 2. Klasse hat Ann-Kathrin Brings mit den Kindern eine Streitschlichterausbildung gemacht. Die Kinder haben gut mitgemacht und am Ende sogar eine Prüfung abgelegt.
Ihr Büro neben der
Bücherei sei auch ein Rückzugsraum, ein geschützter Bereich, wenn Kinder im Trubel des Schulalltags überfordert seien. Als Schulsozialarbeiterin will ich die Kinder begleiten und stärken, aber auch bei Bedarf individuell unterstützen.
Auf Wunsch der Lehrkräfte sei sie auch immer wieder im Unterricht dabei, zum Beispiel wenn es um soziale Themen gehe.
BM Riesterer betonte, er sei froh, dass der Gemeinderat dem Wunsch der Lehrer und der Eltern nach Schulsozialarbeit in der Grundschule gefolgt sei. Er sei überzeugt, dass in Gottenheim Bedarf vorhanden ist.
Er schlug vor, dass Ann-Kathrin Brings am Ende des Schuljahres dem Gemeinderat von ihrem ersten Jahr in Gottenheim und von den Schwerpunkten ihrer Arbeit berichten soll. Das mache ich sehr gerne
, so die Schulsozialarbeiterin.
Christophorus-Jugendwerk ab 2024 zuständig für Jugendsozialarbeit an der Grundschule
Der Gemeinderat stimmte jüngst der Vereinbarung für zunächst zwei Jahre zu. In der Gemeinderatssitzung im Januar dieses Jahres hatte der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss gefasst, eine Schulsozialarbeiter-Stelle an der Grundschule ab dem Schuljahr 2024/25 einzurichten.
Nach einem Beratungsgespräch mit Thomas Kaiser, Bereichsleiter Ambulante Hilfen des Christophorus-Jugendwerks aus Oberrimsingen, hatte die Verwaltung dem Gemeinderat vorgeschlagen bei der Schulsozialarbeit mit dem Christophorus-Jugendwerk zusammenarbeiten. Dort habe man viel Erfahrung in diesem Bereich.
Der Gemeinderat folgte dem Vorschlag der Verwaltung und so konnte vergangene Woche im Gottenheimer Rathaus der Vertrag mit dem Christophorus-Jugendwerk unterzeichnet werden. An der Vertragsunterzeichnung nahmen der Leiter des Christophorus-Jugendwerks Thomas Köck und der Bereichsleiter für ambulante Hilfen Thomas Kaiser teil. Die Schulsozialarbeiterin Ann-Kathrin Brings, die ab September in Gottenheim tätig sein wird, war ebenfalls anwesend. Frau Fuchs vertrat die Grundschule Gottenheim. Sie hatte den Wunsch der Schule nach einer Schulsozialarbeit im Gemeinderat vorgestellt und an einem Konzept für die Schule mitgearbeitet.
Als Gemeinde haben wir mit dem Christophorus-Jugendwerk aus Breisach-Oberrimsingen einen sehr bekannten sowie kompetenten und erfahrenen Partner gefunden, betonte BM Christian Riesterer bei der Vertragsunterzeichnung. Er wünschte der Schulsozialarbeiterin Ann-Kathrin Brings einen guten Start in Gottenheim. Ann-Kathrin Brings wird ab September in Gottenheim tätig sein und ab dem neuen Schuljahr in der Grundschule das Lehrerteam sowie die Kinder unterstützen.