| vor 1800 |
Das Feuerlöschwesen in Gottenheim wurde bis zum Beginn des 19.Jahrhunderts durch die Löschmannschaften (Pflichtfeuerwehr) getätigt.
Die Löschmannschaften bestanden aus den Abteilungen: Spritzenmannschaft, Wasserträgermannschaft, Rettungsmannschaft und Wachmannschaft. Jeder Mannschaft stand gewöhnlich ein Gemeinderat als Obmann vor. |
| 1861 | gründeten die folgenden Männer eine Freiwillige Feuerwehr, die jedoch vom Gemeinderat wegen Mangel an Geld keine Ausrüstung erhielt:
Xaver Dangel, Philipp Eiche, Franz Faller, Benjamin Hess, Ferdinand Hess, Franz Anton Hagios, Johann Hagios, Farnz Hunn jun., Julius Hunn, Karl Hunn, Leo Hunn, Konstantin Hunn, Paul Hunn, Wilhelm Hunn, Viktor Maier, Sebald Schätzle, Xaver Schätzle, Leo Schreiber, Karl Schwenninger, Bernhard Spitzer, Xaver Wiloth. Als einzige Ausrüstung hatten sie eine Spritze aus dem Jahr 1808, die 1830 repariert werden mußte. Die Spritze wurde von der Fa. Baier in Freiburg hergestellt. |
| 1864 | erfolgte erneut ein Vorstoß der Bezirksverwaltung Breisach mit der Aufforderung, doch Freiwillige Feuerwehren zu gründen. Eine solche
Aufforderung erhielt auch die Gemeinde Gottenheim, wo umgehend Statuten der Freiwilligen Feuerwehr aufgestellt wurden und sich auch 21 Männer
handschriftlich zur Freiwilligen Feuerwehr anmeldeten. Diese Aktion wurde am 17. Oktober an den Gemeinderat weitergeleitet. Hier blieb aber das ganze
Unternehmen hängen, weil sich der Gemeinderat außerstande fühlte, für die Kosten einer Ausstattung der Feuerwehr aufzukommen. Statt
dessen stellte der Rat ein Verzeichnis auf mit den Männern "welche zur Feuerwehr bestimmt sind". Es waren 70 an der Zahl. Damals bestand die
Ausrüstung aus: 1 Feuerspritze mit Wendrohr und Schläuchen, 2 Laternen, 4 Pechpfannen, 3 Feuerleitern, 12 Pechfackeln, 8 Feuereimern,
2 neuen Feuerhaken und 60 neuen Feuereimern aus Leinen. Bei den Bürgern standen noch an die 300 Feuereimer.
In der Folgezeit hat das Bezirksamt Breisach immer wieder darauf abgehoben, doch eine Freiwilige Feuerwehr zu gründen. Dies erfolgte in den Jahren 1870, 1883, 1911, 1914 und 1924. Was immer wieder ohne Erfolg bei der Gemeinde blieb. |
| 1884 | erfolgte die Aufstellung einer neuen Feuerlöschordnung, darin waren 107 Männer bei den einzelnen Abteilungen unter der Leitung je
eines Obmannes (Gemeinderat) aufgestellt. Spritzenmeister war Franz Xaver Hunn. Es wurden Personen für die Alarmglocken, für die Bespannung
der Spritze, den Beiwagen und als Feuerreiter nach Merdingen, Wasenweiler, Oberschaffhausen, Umkirch und Waltershofen bestimmt.
Man hatte eine Fahrspritze und eine Handspritze, die im Spritzenhaus beim Gemeindehaus untergebracht waren. Doch mahnte jetzt die Behörde zum Kauf einer neuen Spritze (1894), da die jetzige schwer mehr über Land gefahren könnte. |
| 1914 | Der Bericht des Feuerschauers aus diesem Jahr ergibt, dass 102 Mann den Löschmannschaften zugeteilt sind, dass es Hydrantenwagen gibt und dass eine Sanitätskolonne (Rotes Kreuz) besteht. |
| 1924 | erfolgte die gleiche Aufstellung, jedoch ohne Erwähnung der Sanitätskolonne. Im gleichen Jahr erfolgte anläßlich einer Ortsvisitation erneut der Vorschlag, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Nun bestand auch die Einsicht beim Gemeinderat, doch die Mittel fehlten für die Uniformen von mindestens 30 Männern. |
| 1926 | Nachdem ein weiteres Jahr verstrichen war, wurde endlich am 27. März 1926 die Freiwillige Feuerwehr Gottenheim gegründet.
Es hatten sich 50 Männer gemeldet, eine Zahl, die sich in kurzer Zeit auf 75 Mann erhöhte. Gesuche an die Landesfeuerwehr-Unterstützungskasse führten zu dem Vorschlag, dass die Gemeinde für die Anschaffung einer Kleinmotorspritze 1.000 Mark geben solle. Die Gemeinde ging hierauf nicht ein sondern kaufte bei der Stadt Freiburg eine überzählige Saug- und Druckspritze zum Preis von rund 1.000 Mark (1928). 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr wurde Franz Meier, sein Stellvertreter Fritz Schmidle. |
| 1937 | wurde Franz Meier nach den Bestimmungen zum Wehrführer ernannt. Fritz Schmidle wiederum als Stellvertreter, Wilhelm Streicher wurde zum Schriftführer, Karl Friedrich Meier zum Kassenwart und August Schätzle zum Gerätewart bestimmt. |
| 1946 | Weil die französische Besatzungsmacht alle Vereine und damit auch die Freiwilligen Feuerwehren in ihrem südbadischen gebiet aufgelöst
hatte, mußte sie nach dem Krieg neu gegründet werden. Franz Meier, der Kommandant seit Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr wurde 1945
zum Bürgermeister bestellt und rief dann auch die Freiwillige Feuerwehr ins Leben, deren Kommandant er wurde.
Im Jahre 1946 bestand folgende Mitgliederliste: Karl Friedrich Hunn, Wilhelm Streicher, August Schätzle, Xaver Hess, Albert Gäng, Karl Streicher, Karl Band, Josef Streicher, Paul Fischer, Josef Hunn, Josef Keller, Paul Schwenninger, Franz Anton Hunn, Wilhelm Hunn, Max Grafmüller, Hermann Hagios, Franz Lips, Xaver Hunn, Ernst Kornetzky, Josef Barleon, Karl Isele, Franz Hagios, Franz Hess. |
| 1948 | wurde Bernhard Schmidle Kommandant, bis er 1995 aus beruflichen Günden Gottenheim verlassen musste. Zu seiner Seit wurde 1949/51 die Löschwasserversorgung durch den Bau eines Tiefbrunnens und Pumphauses verbessert. |
| 1953 | wurde bei der Rathaus-Scheune ein Trockenschlauchturm gebaut, der bis 1991 stand. |
| 1955 | wurde Berthold Schmidle zum Kommandant gewählt. |
| 1956 | wurde eine Magirus-Deutz-Tragkraftspritze TSL zum Preis von 3.620 DM gekauft. Sie konnte pro Minute 800 Liter Wasser 80 m hoch spritzen. |
| 1960 | Kommandant Berthold Schmidle bewerkstelligte 1960 die Gründung eines Spielmannszuges, der bei Feuerwehrfesten und Geburtstagen von Kameraden spielte. 1966 aus Geldmangel leider wieder aufgelöst. |
| 1965 | gab man sich eine neue Satzung. Spritzen und Schlauchmaterial wurden hinter dem Milchhäusle in einem Mehrzweckbau untergebracht, in welchem man auch das neue Feuerspritzenfahrzeug Opel LF8 und die Tragspritze Typ Bachert stellte (1970). |
| 1967 | übergab Berthold Schmidle den Kommandostab an Erich Hess und dessen Stellvertreter Herold Meining. |
| 1971 | näherte sich die Einwohnerzahl der 2.000-Grenze und der alte Hochbehälter am Friedhof mit 150 cbm wurde zu klein. Daher wurde der neue Hochbehälter
auf dem Dimberg mit 700 cbm in Betrieb genommen.
Landkreisweit wurde die Alarmierung bei Feuer- oder Katastropenschutz verbessert. 1972 errichtete man auf dem Rathausdach und dem Gemeindehaus in der Bötzingerstraße zwei Luftschutzsirenen. |
| 1977 | wurde eine neue Tragkraftspritze Magirus-Deutz-TS-8 für 8.200 DM zur Verfügung gestellt. |
| 1979 | ging der Landkreis Schritt für Schritt auf die stille Alarmierung mittels Funk über, die Gemeinde hatte hierzu trotz 40% Zuschüssen 23.714 DM zu investieren. |
| 1980 1982 1983 |
erforderten Hochwasserschäden, die Gottenheim heimsuchten, von der Feuerwehr harte Tag- und Nachteinsätze. Rund um die Uhr schützte man mit Sandsäcken, was noch möglich war, kümmerte sich um die Ölgefahr durch auslaufendes Heizöl, pumpte Keller aus und half bei Reinigungsarbeiten. |
| 1986 | beschloss der Gemeinderat ein neues Feuerwehrgerätehaus in der Bahnhofstraße zu bauen. Nach Prüfung verschiedener Alternativen entschloß man sich, das Fuerwehrhaus an das 1983 von der Deutschen Bahn gekaufte Bahnwohnheim zu bauen. Ohne Altbausanierung rechnete man mit Kosten von 1 Mio. DM. |
| 1987 | erfolgte der erste Spatenstich und am 27.2.1988 das Richtfest. |
| 1990 | konnte schließlich das neue Haus seiner Bestimmung übergeben werden. Die Feuerwehr hat unter aktiver Mithilfe des Männergesangvereins und des Deutschen Roten Kreuzes (die darin ebenfalls Räume erhielten) dafür mehr als 8.500 Stunden Eigenleistungen erbracht. Gleichzeitig erhielt die Feuerwehr ein neues Löschfahrzeug (LF 8) und ein Tanklöschfahrzeug (TLF 8/18). Für das Gebäude, die Ausstattung und die Fahrzeuge investierte die Gemeinde knapp 2 Mio DM, die vom Land mit 600.000 DM bezuschußt wurden. |
| 1989 | wurde Erich Hess nach 22 Jahren Kommandanten-Dienst von Hubert Maurer und seinem Stellvertreter Hugo Hess abgelöst und angesichts seines stetigen und ehrenamtlichen Einsatzes zum Ehrenkommandant ernannt. |
| 1990- 1999 |
In diesen Jahren beschäftigten viel technische Neuerungen, wie die digitalen Meldeempfänger, die Einsatzjacke 90 und neue Brandschutzvorschriften
für öffentliche Gebäude und Gewerbebetriebe die Freiwillige Feuerwehr.
In vielen Einsätzen hat die freiwillige Feuerwehr, auch unter Einsatz ihres Lebens, ihren Mitmenschen in Not- und Katastropensituationen geholfen. |
| 2001 | konnte die Freiwillige Feuerwehr schließlich ihr 75-jähriges Jubiläum feiern.
Aktive (alphabetisch): Jones Assouli, Ernst Beck, Marco Beck, Ron Bernauer, Stefan Boch, Jens Braun, Marco DiFeo, Karl Gehri, Michael Hagios,
Thorsten Härtner, Gerold Hess, Stefan Hess, Hubert Hunn, Kilian Hunn, Rainer Hunn, Simon Hunn, Theo Hunn, Tobias Hunn, Manfred Kohler, Bernhard Maurer,
Clemens Maurer, Hubert Maurer, Josef Maurer, Manfred Maurer, Marco Maurer, Markus Maurer, Frank Meier, Joachim Rein, Willi Rösch, Franz Schätzle,
Walter Schätzle, Helmut Schmidle, Berthold Schmidt, Andreas Schwenninger, Georg Selinger, Tim Streicher, Christian Weber, Dominik Zimmermann.
Altersabteilung: Anton Hertweck, Erich Hess (Ehrenkommandant), Helmut Hess, Karl Heinrich Hess, Siegfried Hunn, Franz Maurer und Alfred Rösch. |