GottenHeim.at)
900 Jahre Gottenheim 1086-1986, beim Bürgermeisteramt weiterhin erhältlich.
Geschichte der Herzöge von Zähringen
Badische Historische Kommission
Im 1. Jahrtausend v.Chr. bewohnten Kelten den südwestdeutschen Raum. Sie bevorzugten fruchtbare Lößgebiete und legten schon große
Siedlungen an. Die Karte des Landes Baden-Württemberg, auf der bronzezeitliche Fundstätten eingetragen sind, zeigt eine auffallende Dichte am Tuniberg,
March und südlichen Kaiserstuhl.unteren Riedein Bronzebeil. Das Werkzeug wird zeitlich zwischen 1000 und 850 v.Chr. eingeordnet.
Tuniberg(Tuni = tun = Zaun).
villae rusticaesind bekannt, jedoch nur wenige archäologisch erforscht. Auf Gottenheimer Gemarkung liegen drei Fundstellen.
Hunnensturmhinterließ niedergebrannte Orte und verwüstete Felder. Die Alemannen stellten sich in der Folgezeit unter den Schutz des Ostgotenkönigs Theoderich. Von Nordwesten drohte neue Gefahr. Die Franken schlugen unter ihrem König Chlodwig die Alemannen 496 und drängten sie bis zur Murg (bei Rastatt) zurück, wo bis heute die fränkisch-alemannische Sprachgrenze verläuft. Nach dem Untergang des Ostgotenreiches stellte sich das Volk unter die Schutzherrschaft des Frankenkönigs Theudebert I, der fränkische Einfluß verstärkte sich, irische Mönche verbreiteten die christliche Lehre, bauten Kirchen und gründeten Klöster.
notitiae fundationis et traditionum monasteri Sanctii Georgii in Nigra Silva.
Jahr des Schwarzen Todes. Ortschaften und Familien starben aus, die Friedhöfe konnten die Leichen nicht mehr fassen, die Felder blieben unbestellt. Die Seuche wurde aus dem Süden eingeschleppt, durch
verpestetesWasser, Ratten und Flöhe verbreitet. Zur Abwehr entzündeten die Menschen Notfeuer, verbrannten Bibernelle, Wacholder und Baldrian, zogen Gräben um ihre Dörfer und läuteten die Glocken, um den
bösen Geistzu bannen. Die Häuser der Verstorbenen zündete man kurzerhand an.
Ketzerauf dem danach
Heidnisch Graboder
Heidersgrabgenannten Gewann hingerichtet und
verscharrt. Gegen diese Eigenmächtigkeit erhob die Regierung der Markgrafschaft Baden-Durlach Beschwerde.
Zu jener Zeit betrachteten die Herren nicht nur Land und Hof als ihren Besitz, sondern auch die Menschen, die für sie arbeiteten, als Leibeigene.
Die ursprünglich wenigen Frondienste - 1 bis 2 Tage im Jahr - wurden auf immer längere Zeiträume ausgedehnt, und waren diese
früher auf die arbeitsfreie Zeit der Bauern beschränkt, so holten die Häscher sie jetzt oft mit Gewalt von den Feldern.
Die Herren ritten mit ihren Jagdgesellen rücksichtslos durch die bestellten Felder, verwüsteten die äcker und zerstörten
die Ernte. Konrad von Kranzenaus Untertanen klagen: er hab eim sine korn underbracht, dem andern sein Reben, dem vierten sin matten, dem funfften sin bonne uffgeretzt, die der Arman gesetzt het.
Brandschatzungvon 6 Gulden je
Herdauferlegt. In Wirtshäusern und auf Kirchweihen schwelte der Aufruhr weiter. Jakob Zimmermann von Gottenheim erzählte von Michael Gaismair, der in Tirol einen Bauernstaat errichten wollte. Doch Erzherzog Ferdinand von österreich ließ jede weitere Erhebung im Keim ersticken.
Der arme Knecht hat kein Kleid am Leibe, keine Schuhe am Fuß und zum Essen in der Not Eichelbrot.1635 heißt es:
...in Mördingen, Waltershofen und Dachswangen ist alles zerschlagen, nicht eine bewohnbare Hofstätte und nicht ein einziger Untertan zu sehen, die meisten sind Hungers gestorben...Wenn Gottenheim in diesem Report nicht erwähnt wird, so deshalb, weil es nicht im Herrschaftsbereich des Berichters lag.
Freundoder Feind, beide erpreßten und töteten die Bauern gleichermaßen, und am Ende des Krieges 1648 war unsere Heimat total verwüstet.
Breisacher Brennertrieben Kriegssteuern ein: Materialien, Geld- und Heuabgaben. Die Dörfer litten unter Raub, Plünderung und Brand. Die Erbitterung der gequälten Bauern war groß. So erschlug 1703 Georg Waibell, der
Kueferlinvon Gottenheim im Dachswanger Bann einen französischen überläufer.
Unser Vaterland ist in naher Gefahr vom Feinde wieder überfallen zu werden...Aber Leider! hat der Krieg nun schon lange unser Land geplaget, und jetzt sollen die Uibel desselben durch einen abermaligen feindlichen Einfall aufs neue vermehrt werden!...Im November 1799 wurden alle Waffenfähigen vom 18. bis 50. Lebensjahr registriert,
dabey anzumerken, wer selbst mit einem Schießgewehr versehen sey.
...Die kostbare Verpflegung der Truppen...hat dieses durch einen 10jährigen Krieg, und feindliche Brandschatzung zerrüttete Ländchen an den Rand des Verderbens gebracht.
Napoleon I. Gnadenzum Großherzogtum Baden erhobene Land mußte dem Kaiser dafür 8.000 Mann zur Führung seiner Kriege stellen. Sammelplatz für die Region war Buchheim. Wieviele Gottenheimer sich unter den Rekruten befanden, ist nicht bekannt. Die Truppen mußten nach Spanien ziehen. Nach einem Kampf am 7. August 1810 wird vermerkt:
Die braven badischen Voltigeurs (Elitetruppe der Infanterie) vertheidigten sich mit Verzweiflung, bis alle Patronen verschossen waren und wurden zuletzt niedergemacht...An Napoleons Rußlandfeldzug mußten 6.000 Badener teilnehmen, von welchen nur 400 zurückkehrten.
Nach dem Befreiungskrieg 1813 kam der ganze Breisgau durch die einquartierten Truppen der Verbündeten - darunter Russen und österreicher -
in schwere Bedrängnis. Gottenheim zahlte - als Beispiel die Eintragung von 1815 - an Kriegskosten:
Hanf-Reetze.
LiederkranzGottenheim
Vor dem 19. Jahrhundert lag die Hauptlast der Verwaltung, sofern man von einer sprechen kann, beim Vogt der Gemeinde. Dieser wurde von der Grundherrschaft
bestellt, also nicht durch Wahlen ermittelt. Bestand zwischen der Herrschaft und der Gemeinde ein gutes Verhältnis,
so wird diese einen angenehmen Vogt nach Rücksprache mit den Untertanen vorgesetzt haben. Ihm zur Seite standen noch der Stabhalter und die Gerichtsmitglieder.
Dieses Gremium tätigte hauptsächlich Käufe und Verkäufe, die unter dem Stab, einem 80 cm langen Stock, mit dem aufgesetzten Gemeindewappen
aus Silber, vor sich gingen. Die Gerichtsmitglieder fungierten als Zeugen und unterschrieben die getätigten Käufe und Verkäufe. Diesen
Vorgang nannte man Gerichtsverhandlung und die ausgefertigten Kaufverträge als Gerichtsprotokolle. Sie stellen die ältesten Grundbücher
der Gemeinde dar.Musterländle. Von jetzt an trug hauptsächlich der Ratschreiber die Last der Verwaltung.
Alte Fotos,
Alte Gottenheimer Häuserund
Alte Ansichtskarten.